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Porsche Taycan GTS: Der unterhaltsamste elektrische Taycan

Grüner Porsche Taycan GTS Elektro-Sportwagen in modernem Showroom mit Stadtblick im Hintergrund
In diesem Artikel
  1. Der erste elektrische GTS
  2. Der Porsche Taycan GTS auf der Strasse
  3. Kurze, aber aufschlussreiche Fahrt
  4. Der Taycan, den man kaufen sollte?

Der Porsche Taycan GTS ist der erste Taycan, der die Marke von 500 Kilometern Reichweite überschreitet, und auf dem Papier zugleich die sportlichste Variante.

Er ist zwischen dem Taycan 4S und den Taycan Turbo angesiedelt und weder die stärkste noch die schnellste Version, die man kaufen kann. Dafür soll er am meisten Fahrspass bieten.

Im Rahmen der Präsentation des Porsche 99X Electric Gen3 in Franciacorta in Italien konnten wir den Taycan GTS erstmals selbst fahren. Und dieses Elektroauto hat uns mit seinen Qualitäten überrascht.

Der erste elektrische GTS

Die Abkürzung GTS steht für Gran Turismo Sport. Sie kam 1963 erstmals beim Porsche 904 Carrera GTS zum Einsatz und findet sich heute in allen Modellreihen der Stuttgarter Marke – einschliesslich des elektrischen Taycan.

Aussen fallen, wie bei den übrigen GTS-Modellen von Porsche, vor allem die zahlreichen abgedunkelten Elemente auf: am vorderen Stossfänger, an den Aussenspiegeln, den Felgen und den Fensterleisten.

Im Innenraum stechen besonders die schwarzen Race-Tex-Verkleidungen hervor. Das an Alcantara erinnernde Material bildet einen gelungenen Kontrast zu den ebenfalls schwarz eloxierten Details aus gebürstetem Aluminium.

Der Porsche Taycan GTS auf der Strasse

Abgesehen von seinen spezifischen Designmerkmalen hebt sich der Taycan GTS – erhältlich als Limousine oder als Sport Turismo, also Kombi – vor allem durch seine Fähigkeiten auf der Strasse von den anderen Modellen der Baureihe ab.

Er ist der erste Taycan überhaupt, der die Schwelle von 500 Kilometern Reichweite übertrifft: exakt 504 km. Möglich macht das die „Performance Battery Plus“ mit 93,4 kWh Bruttokapazität und 83,7 kWh nutzbarer Kapazität.

Dazu kommen zwei Elektromotoren – dieselben wie im Taycan Turbo –, jeweils einer pro Achse. Mit Launch Control liefern sie im rund 2,5 Sekunden anhaltenden Overboost 440 kW (598 PS); die „normale“ Leistung beträgt 380 kW (517 PS).

Damit ist er zwar nicht so leistungsstark wie der Porsche Taycan Turbo mit seinen angegebenen 460 kW (625 PS), erledigt den Sprint von 0 auf 100 km/h aber dennoch in 3,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.

Darüber hinaus verfügen die GTS-Versionen des Taycan über eine speziell abgestimmte Luftfederung für ein noch präziseres dynamisches Verhalten. Hinzu kommt eine Hinterachslenkung mit sportlicherer Abstimmung.

Kurze, aber aufschlussreiche Fahrt

Schon nach wenigen Kilometern wird deutlich, dass der Taycan GTS seinen umfangreichen und beeindruckenden Steckbrief tatsächlich einlösen kann.

Ich konnte ihn rund zwanzig Kilometer auf der Autobahn fahren, wo er mit Komfort, Solidität und Stabilität überzeugte. Erst auf Nebenstrassen in bergigerem Gelände wurde allerdings klar, dass dieser Taycan anders ist.

Der Unterschied zeigt sich in den Kurven. Jeder Taycan, unabhängig von der Version, beeindruckt auf der Geraden. Wer das Fahrpedal durchtritt, wird förmlich in den Sitz gedrückt – der sprichwörtliche Schlag in die Magengrube. In Kurven aber hebt sich dieser GTS ab.

Das Lenkgefühl ist hervorragend, die Bewegungen der Karosserie werden vorbildlich kontrolliert und die Präzision der Vorderachse ist bemerkenswert. Die 2370 kg sind durchaus spürbar, doch Agilität und Präzision kaschieren dieses Gewicht sehr wirkungsvoll.

Noch wichtiger ist jedoch etwas, das man bei einem Elektroauto kaum gewohnt ist: Das Bremspedal bietet einen sehr natürlichen Widerstand und ermöglicht dadurch eine ausgesprochen präzise Dosierung der Verzögerung.

Das Auto liegt jederzeit satt auf der Strasse, die Sitzposition gibt keinen Anlass zur Kritik – obwohl es ein Elektroauto mit einem von Batterien gefüllten Fahrzeugboden ist, sitzt man sehr tief – und auch die Sicht nach vorne überzeugt.

Alles läuft ausgesprochen progressiv und organisch ab. Beim Einlenken folgt die Vorderachse präzise, das Heck dreht stets sehr berechenbar mit. Und vor allem steht immer eine „Tonne“ Drehmoment bereit, die das Auto aus der Kurve katapultiert. Obwohl beide Achsen angetrieben werden, fühlt es sich wie ein echter Hecktriebler an.

So beeindruckend das Fahrverhalten des GTS auch ist, er punktet ebenso mit seiner unkomplizierten und angenehmen Bedienung. Alles funktioniert so, wie es soll, und alles wirkt selbstverständlich. Nun ja ..., mit Ausnahme des synthetischen Sounds, den Porsche Electric Sport Sound nennt und der den Innenraum erfüllt. Darauf hätte ich eindeutig verzichten können.

Abgesehen davon gibt es am Taycan GTS nur sehr wenig auszusetzen: Er fährt und fühlt sich wie ein echter Porsche an.

Der Taycan, den man kaufen sollte?

Diese Frage ist stets schwer zu beantworten, denn es gibt weder richtige noch falsche Antworten. Entscheidend sind unterschiedliche Bedürfnisse. Dennoch bin ich überzeugt, dass dies der ausgewogenste Taycan der Modellreihe ist, mit dem besten Kompromiss aus Reichweite, Performance und Fahrdynamik.

Genau deshalb wäre dies der Taycan, den ich mit nach Hause nehmen würde. Es ist einer jener Fälle, in denen man ohne Einschränkung sagen kann: „In der Mitte liegt die Tugend.“ Er ist weder der teuerste noch der schnellste oder stärkste Taycan, für mich aber der beste.

Er gehört zu jenen Elektroautos, die die – durchaus weit verbreitete – Theorie, Elektroautos seien nicht unterhaltsam, vollständig widerlegen. Der Taycan GTS macht wirklich Spass zu fahren. Oder anders gesagt: Der Porsche Taycan GTS ist das unterhaltsamste Elektroauto, das ich bisher gefahren bin.

Gleichzeitig beweist er sich als hervorragendes Langstreckenauto und als durchaus kompetentes Familienauto. Die 407 Liter im hinteren Kofferraum – ergänzt um 84 Liter unter der vorderen Haube – reichen für den Alltag aus. Auf den hinteren Plätzen finden zwei Erwachsene bequem genügend Raum. Selbst der Verbrauch wirkt nicht abschreckend.

Wenn man das Tempo erhöht und das dynamische Potenzial dieses Modells ausreizt, liegt der Verbrauch schnell bei 24–25 kWh pro 100 km. Bei gemischter Nutzung, bei der sich sportliche Fahrweise mit ruhigerem Tempo abwechselt, sind jedoch auch 20 kWh möglich. In der Stadt lässt sich naturgemäss noch weniger erreichen.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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