Exakt zwei Wochen, nachdem er im Netz aufgetaucht ist, konnten wir den überarbeiteten Tesla Model Y erstmals vor seiner Markteinführung in Europa im März genauer unter die Lupe nehmen. Lust auf eine Runde Fehlersuche?
Mit „überarbeitet“ ist genau das gemeint: Beim „neuen Model Y“ handelt es sich tatsächlich um ein Facelift zur Mitte des Modellzyklus. An den grossen Dingen – also Motoren und Batterien – hat Tesla folglich nichts verändert.
Nach 3,5 Millionen verkauften Fahrzeugen in fünf Jahren lautet das Motto beim meistverkauften Auto der Welt: Effizienz. Nicht gerade spektakulär, doch eine Reihe von Änderungen am Exterieur sorgt für mehr Reichweite und höhere Geschwindigkeit. Zu den Zahlen kommen wir gleich.
Tesla Model Y: Neues Design für bessere Effizienz
Als Erstes fällt auf, dass die bisherigen Scheinwerfer einer durchgehenden, dreiteiligen Lichtleiste weichen. Sie erinnert an Cybertruck und Cybercab und sitzt über einer neuen, tiefer gezogenen Front mit Aero-Kanälen für noch mehr Effi … na ja, ihr wisst schon.
Dahinter verbirgt sich eine neue Frontkamera. Damit sie im Winter tatsächlich funktioniert, besitzt sie eine eigene Flüssigkeitsreinigung und Heizung.
Laut Tesla schneiden auch die serienmässigen 19-Zoll-Räder besser durch die Luft. Gleiches gilt für die neu gestaltete Heckklappe, den Spoiler aus modernen Thermoplasten sowie die hintere Schürze. Der Diffusor ist länger und breiter geworden und erzeugt zusätzlichen Abtrieb.
Auch am Heck gibt es eine Lichtleiste. Dieses 1,6 m breite Bauteil besteht jedoch aus einem einzigen Element und bleibt selbst unsichtbar: Zu sehen ist nicht das Licht, sondern dessen Reflexion. Interessant.
Mehr Komfort und Technik im Innenraum
Im Innenraum verspricht Tesla mehr Komfort. Die neu konstruierten Sitze vorn und in der zweiten Reihe sollen besseren Halt bieten und sind nun durchgehend beheiz- und belüftbar. Für einen besseren Fahrkomfort wurden ausserdem die Karosserie versteift, die Fahrwerksgeometrie angepasst und Dämpfertechnik aus dem aktuellen Model 3 übernommen.
Auch leiser soll der Model Y geworden sein: Akustikglas kommt, nun ja, überall zum Einsatz, während zusätzliche Dämmmaterialien Roll-, Aufprall- und Windgeräusche verringern sollen. Pst.
Und nein, ihr seht richtig: Es gibt – Halleluja! – wieder einen Blinkerhebel statt der ungeschickt umgesetzten Pfeiltasten am Lenkrad des Model S. Offenbar hört Tesla auf Rückmeldungen. Eine Mischung aus haptischen und physischen Tasten bleibt zwar erhalten, doch die meisten Funktionen sind natürlich weiterhin über den Touchscreen verteilt.
Im Fond gibt es nun einen 8-Zoll-Touchscreen, über den Mitfahrende ihre eigene Klimatisierung und Unterhaltung steuern können, einschliesslich Spielen und Video-Streaming. Letzteres profitiert von verbesserter Hardware, die deutlich schnellere Downloadgeschwindigkeiten verspricht. Schluss mit dem Puffern. Dazu kommen zwei 65-W-USB-Anschlüsse, die jeweils einen Laptop laden können.
Was noch? Das Audiosystem des Model Y wurde durch unsichtbare Lautsprecher aufgewertet, ermöglicht von einem intern entwickelten „akustisch transparenten Textil“. Die Rücksitze lassen sich elektrisch neigen und auf Knopfdruck vollständig umklappen. Seltsamerweise ist der Kofferraum um 20 Liter kleiner als zuvor, dafür hat der Frontkofferraum nun eine Ablauföffnung: Schmutzige Kabel können also bedenkenlos darin landen.
Tesla Model Y Long Range AWD: Leistung, Reichweite und Preis
Wir hatten Zahlen versprochen, hier sind sie: Obwohl der Antriebsstrang unverändert bleibt, beschleunigt der Model Y Long Range AWD fast eine volle Sekunde schneller auf 100 km/h. Den Sprint schafft er in 4,1 Sekunden und erreicht 201 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Wie bisher reichen die Batterieoptionen von 60 bis 78 kWh. Tesla gibt für Fahrzeuge der Launch Series jedoch 568 km Reichweite an, obwohl diese mit 20-Zoll- statt mit den serienmässigen 19-Zoll-Rädern ausgestattet sind. Die maximale Ladeleistung bleibt bei 250 kW.
Vorerst ist ausschliesslich der Model Y Launch Series erhältlich, der in Grossbritannien £60.990 kostet; weitere Ausstattungsvarianten sollen zu gegebener Zeit folgen. Gegenüber dem vergleichbaren Modell vor dem Facelift, das vor wenigen Wochen noch £51.990 kostete, ist das ein deutlicher Aufschlag.
Ob der Model Y seinen Spitzenplatz in den Verkaufscharts wohl behaupten kann?






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen