Hyundai i20 N und i30 N: Produktionsende in Europa
Es war schön, solange es dauerte: Hyundai hat soeben angekündigt, den Verkauf der Modelle i20 N und i30 N in Europa einzustellen.
In einer offiziellen Mitteilung, über die mehrere internationale Medien berichten, bestätigte der südkoreanische Hersteller das Aus für die beiden Modelle. In den vergangenen Jahren hatten sie sich in ihren jeweiligen Klassen als Maßstab etabliert: der i20 N unter den sportlichen Kleinwagen des B-Segments, der i30 N unter den sportlichen Kompaktwagen des C-Segments.
„Die Produktion der N-Modelle mit Verbrennungsmotor für den europäischen Markt ist seit Februar beendet. Das entspricht unserer Verpflichtung, unseren Kundinnen und Kunden bis 2035 eine emissionsfreie Modellpalette anzubieten“, heißt es in der von Carscoops zitierten Mitteilung von Hyundai.
„Hyundai wird die Division Hyundai N in Europa als Vorreiterin für elektrische Hochleistungsfahrzeuge weiterentwickeln.“
- Hyundai
Hyundai IONIQ 5 N als elektrischer Vorreiter
Der Hyundai IONIQ 5 N, den Guilherme Costa in Kalifornien in den USA getestet hat, wird das erste vollelektrische Modell von Hyundai N sein. Mit zahlreichen Kniffen soll er die Verbrennungsmotoren vergessen machen. Hier ist er in Aktion zu sehen:
Adrenalin auf vier Rädern
Mit dem 2017 vorgestellten i30 N wagte Hyundai seinen ersten ernsthaften Vorstoß in die Welt der sportlichen Kompaktwagen – und landete gleich einen Volltreffer. Das überraschte einerseits, war andererseits aber auch das Mindeste, was man von einem Modell erwarten durfte, das unter der Leitung von Albert Biermann entstand. Der Engineering-Zauberer hatte jahrelang die M-Division von BMW geführt, bevor er die Herausforderung annahm, Hyundai N aufzubauen.
Ein aufgeladener 2,0-Liter-Vierzylinder mit 250 PS oder 275 PS, ausschließlich kombiniert mit einem Schaltgetriebe: Mit dieser Antriebsauswahl überzeugte der i30 N von Anfang an und zählte rasch zu den Maßstäben seines Segments.
Einige Jahre später, 2021, folgte für Hyundais Performance-Division der zweite Akt: der i20 N. Das Ziel war ähnlich, allerdings eine Klasse darunter, bei den sportlichen Kleinwagen. Dort galt es, den bisherigen Platzhirsch Ford Fiesta ST vom Thron zu stoßen.
Auch der Hyundai i20 N konnte überzeugen. Seine Verkaufszahlen erreichten zwar nicht die beeindruckenden Werte des i30 N, doch gelang ihm etwas anderes, das ebenso wichtig war: Er hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Ab jetzt nur noch elektrisch
Nach dem Abschied von i20 N und i30 N – und nicht zu vergessen vom Kauai N, der ebenfalls bereits von der Bildfläche verschwunden ist – umfasst das europäische Angebot von Hyundai N vorerst nur noch ein Modell: den IONIQ 5 N.
Zwei Elektromotoren, je einer pro Achse, liefern im Boost-Modus zusammen bis zu 650 PS maximale Leistung. Damit beschleunigt der Hyundai IONIQ 5 N trotz eines Gewichts von deutlich mehr als zwei Tonnen in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Noch wichtiger ist jedoch das gegenüber dem „herkömmlichen“ Modell neue Fahrwerk: Der Wagen hat eine breitere Spur und liegt tiefer, außerdem bekam er eine neue Lenkung und eine neue Bremsanlage. All das soll dafür sorgen, dass dieser „Super-Elektroflitzer“ in Kurven ebenso kompetent ist wie auf der Geraden.
Sogar ein Modus, der den Klang von Verbrennungsmotoren nachahmt, ist an Bord. N Active Sound+ gibt unter anderem den Sound des 2.0 Turbo aus dem i30 N bis 8000 U/min wieder. Hinzu kommt N e-shift, eine Funktion, die ein Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen simuliert.
Wann der IONIQ 5 N auf den portugiesischen Markt kommt und welche Elektroautos von Hyundai als Nächstes die „Sonderbehandlung“ der N-Division erhalten, ist noch nicht bekannt. Eines steht aber fest: Auch mit der Elektrifizierung wird Hyundai seine sportlichen Modelle nicht aufgeben.






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