Die Rivalin für Renault Twingo und BYD Dolphin Surf wurde am 29. April nach jahrelangem Warten vorgestellt. Sie ist Volkswagens günstigstes Elektroauto und das erste Modell der Marke unter 25.000 Euro: Der Preis liegt bei 24.995 Euro und damit 10.000 Euro unter jenem eines ID.3. Der deutsche Hersteller nennt nun die Details zu seinem neuen elektrischen Kleinwagen, der gegen den elektrischen Renault Twingo antreten soll.
Unter der Leitung von Andreas Mindt bringt Volkswagen sein erstes vollständig neues Modell dieser Ära auf den Markt: Elektromobilität soll damit für weniger als 25.000 Euro (24.995 Euro) erreichbar werden. Nach dem Facelift des deutlich teureren ID.3 rückt nun der ID. Polo in den Mittelpunkt. Als elektrische Nachfolgerin des Polo muss sie preislich attraktiv sein, um mit den in den vergangenen Monaten erschienenen Modellen mitzuhalten, die derzeit den Grossteil der Verkäufe auf sich vereinen.
Volkswagen präsentiert den neuen ID. Polo am Mittwoch, dem 29. April, nachdem das Konzept ID 2all im Jahr 2023 bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Damals versprach Volkswagen, dass das Serienmodell dem Konzept sehr nahekommen werde. Von Andreas Mindt auf LinkedIn veröffentlichte Skizzen bestätigten diese Ankündigung. Vollständig geheim halten konnte Volkswagen das Fahrzeug allerdings nicht: Bereits im vergangenen Monat war der Innenraum des neuen ID. Polo zu sehen. Offen waren damit nur noch das endgültige Karosseriedesign und die technischen Daten.
Volkswagen ID. Polo: fünf Plätze und 435 Liter Kofferraum auf nur 4 Metern Länge
Anders als der chinesische Konkurrent BYD Dolphin Surf bietet Volkswagens neuer Elektro-Kleinwagen fünf Sitzplätze. Gegenüber dem Renault Twingo punktet vor allem der Kofferraum: Er fasst 435 Liter statt 360 Liter beim französischen Modell; dasselbe gilt für den Renault 5. Dennoch ist der Volkswagen ID. Polo nur 4 Meter lang, was Fahrten durch enge Strassen und das Einparken erleichtern soll. In der Breite misst er 1,81 m, die Höhe beträgt 1,53 m. Volkswagen stellt ihn zugleich dem herkömmlichen Polo auf der Verbrennerplattform MQB gegenüber, der etwas kompakter ausfällt: 1,75 m breit und 1,45 m hoch.
Im Innenraum verfügt der ID. Polo über eine Mittelkonsole mit einer schräg angeordneten Ablage für das Smartphone. Direkt darüber befinden sich mehrere Schnellzugriffe in Form physischer Tasten. Auf der Mittelkonsole selbst sitzt nur eine Taste, die zur Lautstärkeregelung dient. Unterhalb dieser Einheit gibt es ein verdecktes Ablagefach sowie zwei USB-C-Anschlüsse. Auch die Lenkradtasten sind wieder mechanisch ausgeführt; Volkswagen verzichtet somit auf die bei anderen ID.-Modellen verwendete haptische Bedienung, die Probleme verursacht hatte.
Das Cockpit des neuen ID. Polo kann auf Wunsch einen Retro-Look auf seinen digitalen Displays darstellen. Das Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad misst 10 Zoll, während der zentrale Infotainment-Bildschirm auf 13 Zoll kommt. Zum Anpassen der Darstellung gibt es am Lenkrad eine Ansichtstaste. Das Lenkrad selbst ist oben und unten abgeflacht.
Die Elektrifizierung kommt auch dem Raumangebot im ID. Polo zugute. Volkswagen spricht von 19 mm mehr Innenraum als beim klassischen Modell. Wie bereits erwähnt, fällt auch der Kofferraum deutlich grösser aus: 435 statt 351 Liter, was einem Plus von 24 % entspricht. Bei umgeklappten Sitzen steigt das Ladevolumen auf 1.243 Liter. Später soll der ID. Golf das Volkswagen-Angebot ergänzen, doch seine Verzögerung könnte dazu führen, dass er später als ursprünglich für 2028 geplant erscheint.
Drei Elektromotoren und eine künftige GTI-Version für den ID. Polo
Volkswagen hat die technischen Daten des neuen ID. Polo veröffentlicht, der mit drei unterschiedlichen Elektromotoren angeboten wird. Den Einstieg bildet ein 85-kW-Aggregat mit 116 PS. Die mittlere Variante leistet 99 kW beziehungsweise 135 PS. Die derzeit stärkste Ausführung liefert 155 kW oder 211 PS. Bei den Ausstattungslinien setzt sich das Angebot aus „Trend“, „Life“ und „Style“ zusammen.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll ein ID. Polo GTI die Baureihe anführen. Er erhält einen neuen Motor mit 166 kW beziehungsweise 226 PS. Die Version des neuen ID. Polo für weniger als 25.000 Euro wird erwartungsgemäss mit dem 116-PS-Motor kombiniert. Bleibt die Frage nach der Batterie.
Volkswagen nennt vorsichtig Reichweiten des ID. Polo und gibt beim Schnellladen etwas Entwarnung
Bei den Batterien bietet Volkswagen ein 37-kWh-Paket mit LFP-Chemie, also Lithium-Eisenphosphat, an. Zusätzlich kommt eine 52-kWh-Batterie mit NMC-Chemie aus Nickel, Mangan und Kobalt zum Einsatz, die eine höhere Energiedichte und damit letztlich mehr Reichweite ermöglicht. Nur diese Ausführung soll genügend Alltagstauglichkeit für längere Strecken bieten. Anders als Renault unterscheidet Volkswagen die Gleichstrom-Ladeleistung seiner beiden Batterien jedoch nicht stark: Die kleine 37-kWh-Batterie lädt mit bis zu 90 kW, die grosse 52-kWh-Variante mit maximal 105 kW.
Diese Ladeleistungen sind keineswegs besonders hoch, im Segment sind sie aber gut. Selbst der BYD Dolphin Surf liegt mit höchstens 85 kW darunter. Bei Renault ist die Situation noch ungünstiger, denn das Schnellladen erfolgt mit lediglich … 50 kW. Selbst unter besten Bedingungen muss man dort für jeden Ladevorgang mehr als 50 Minuten Pause einplanen.
Der Volkswagen ID. Polo erreicht zwar nicht die kürzesten Ladezeiten, dürfte für längere Fahrten aber besser geeignet sein. Für den Ladevorgang von 10 auf 80 % nennt Volkswagen bei der kleinen 37-kWh-LFP-Batterie 27 Minuten, bei der grossen Batterie 24 Minuten. Nach den Prognosen sollen mit der kleinen Batterie 329 km zwischen zwei Ladevorgängen möglich sein, mit dem grösseren Akku bis zu 455 km. Dieser genannte Wert gilt jedoch ausschliesslich für den Stadtverkehr. Angaben zur kombinierten Reichweite gibt es noch nicht; sie dürfte allerdings nicht über 400 km liegen.
Wichtig ist zudem: Nur die 85- und 99-kW-Motoren lassen sich mit der 37-kWh-LFP-Batterie verbinden. Die grosse Batterie setzt automatisch den 155-kW-Motor mit 211 PS voraus. Der 85-kW-Antrieb ist für den Einstiegspreis des ID. Polo von 24.995 Euro vorgesehen. Damit trifft er auf den Renault 5 E-Tech ab 19.250 Euro, den Citroën ë-C3 und den BYD Dolphin Surf ab 19.990 Euro sowie auf einen Kia EV2 für 26.670 Euro.






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