Die unscheinbare Bezeichnung LT6 steht für den markanten, frei saugenden 5,5-V8 des neuen Chevrolet Corvette Z06. Seine Spitzenleistung erreicht er bei 8400 U/min, bei 8600 U/min setzt der Begrenzer ein – damit ist er aktuell der drehfreudigste V8, der erhältlich ist.
Während sich europäische Supersportwagen fast ausnahmslos der Aufladung und zuletzt auch der Elektrifizierung zugewandt haben, übernimmt Chevrolet für den neuen Z06 das Saugmotor-Herz des Rennwagens C8.R. Er positioniert sich über der bereits bekannten Corvette Stingray (C8).
Schon die Stingray war keineswegs zurückhaltend: Die erste Corvette mit Mittelmotor verfügt über einen frei saugenden 6,2-Liter-V8 namens LT2, der 502 PS bei vergleichsweise gemäßigten 6450 U/min leistet. Für die Bezeichnung Z06 musste es jedoch etwas noch Schärferes als lediglich Donnerndes sein. Hier kommt der neue LT6 ins Spiel, der mit seinen kleineren 5,5 l Hubraum deutlich lauter aufschreit.
Der Motor nutzt eine flache Kurbelwelle, wie sie auch bei Ferrari-Motoren zum Einsatz kommt, sowie einen kürzeren Hub, um wesentlich höhere Drehzahlen zu ermöglichen. Zudem sitzt die Nockenwelle im Zylinderkopf – heute der Regelfall – statt wie beim LT2 im Motorblock. Diese ältere, als Pushrod bezeichnete Lösung bietet allerdings weiterhin einige Vorteile.
Der Motorblock besteht aus Aluminium, die Kolben aus geschmiedetem Aluminium und die Pleuel aus geschmiedetem Titan. Am Heck fallen ausserdem vier neue, mittig angeordnete Endrohre auf.
All das (und mehr) resultiert in 680 PS bei 8400 U/min und 623 Nm bei 6300 U/min.
Die Kraft gelangt über dasselbe Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe wie in der Stingray an die Hinterachse. Serienmässig erhält die Corvette Z06 ein selbstsperrendes Hinterachsdifferenzial sowie eine kürzere Achsübersetzung, die vom optionalen Z51-Paket der Stingray übernommen wurde.
Mehr als nur ein Motor
Der Antrieb ist der Star der neuen Corvette Z06, doch bei dieser stärker fokussierten Ausführung des Supersportwagens wurde kein Detail dem Zufall überlassen. Um grössere Räder unterzubringen, wächst sie vorne um 30 mm und hinten um 40 mm in die Breite.
Vorne kommen Felgen mit 20″ Durchmesser und 10″ Breite zum Einsatz, hinten messen sie 21″ beziehungsweise 13″. Bereift sind sie mit Michelin Pilot Sport 4S ZP in 275/30 ZR20 vorne sowie den gewaltigen 345/25 ZR21 hinten.
Die grösseren Räder gehen mit einer aufgewerteten Brembo-Bremsanlage einher: Die Bremsscheiben haben vorne 370 mm und hinten 380 mm Durchmesser, dazu kommen vorne Sechskolben- und hinten Vierkolben-Bremssättel.
Chevrolet Corvette Z06: Breite, Kühlung und Aerodynamik
Die höhere Leistung und die zusätzliche Breite werden durch grössere Lufteinlässe ergänzt. Besonders auffällig ist der mittlere vordere Einlass, hinter dem sich ein Wärmetauscher verbirgt.
Auch die Aerodynamik wurde überarbeitet. Die sichtbarste Ergänzung ist der Heckflügel, der von einem neuen Front-Splitter begleitet wird. Das Ziel? Die neue Corvette Z06 soll am Asphalt „kleben“: Chevrolet gibt bei 300 km/h um 165 kg höheren Downforce – also mehr negativen Auftrieb – als bei der Corvette Stingray an.
Z07-Paket: Die Messlatte höher legen
Die neue Corvette Z06 bedeutet bereits bei Leistung, Fahrverhalten und Aerodynamik einen deutlichen Sprung gegenüber der Corvette Stingray. Mit dem Z07-Paket lässt sich dieses Niveau nochmals anheben.
Es umfasst Carbon-Keramik-Bremsen mit 398 mm vorne und 391 mm hinten, griffigere Michelin Sport Cup 2 R ZP, Carbonfelgen, die die ungefederten Massen um 18,6 kg reduzieren, sowie ein aggressiveres Aerodynamikpaket mit Komponenten aus Carbon. Hinzu kommt eine spezifische Abstimmung für die Magnetic Ride Control 4.0-Federung.
Zur Fahrwerksabstimmung erklärt Chevrolet, dass die Struktur der Corvette so steif sei, dass trotz der stärkeren Performance-Ausrichtung der Z06 dieselbe Abstimmung sowohl für das Coupé als auch für das Cabriolet mit Metallverdeck beibehalten werden konnte.
Wann kommt sie?
Preise wurden noch nicht bekannt gegeben. Die Produktion der neuen Corvette Z06 soll im zweiten Quartal 2022 beginnen.
Chevrolet plant, seinen neuen Supersportwagen auch in Märkte ausserhalb Nordamerikas zu exportieren. Dafür wird er mit Partikelfiltern ausgestattet, damit er die jeweiligen lokalen Emissionsvorschriften erfüllt.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen