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Peugeot 108, Citroën C1 und Toyota Aygo im Vergleich

Schwarzer kompakter Toyota Kleinwagen fährt auf Landstraße bei sonnigem Wetter und grüner Landschaft im Hintergrund
In diesem Artikel
  1. Peugeot 108, Citroën C1 und Toyota Aygo: gemeinsame Entwicklung
  2. Ausstattung, Verarbeitung und Platzangebot
  3. Preise, Individualisierung und Faltdach

Vor neun Jahren schlossen PSA und Toyota eine Kooperation für einen europäischen Kleinwagen. Produziert wurde er in einem einzigen Werk in Tschechien, trat aber unter drei verschiedenen Marken auf: als Peugeot 108, Citroën C1 und Toyota Aygo. Der Erfolg war enorm, also folgt nun der nächste Anlauf. Diesmal unterscheiden sie sich etwas stärker voneinander. Ihr Design ist eigenständig, PSA (Peugeot-Citroën) ergänzt den 1,0-Liter-Dreizylinder um einen 1,2-Liter-Dreizylinder und bietet ein Faltdach als Option an. Und damit wären die Unterschiede im Wesentlichen auch schon aufgezählt. In allen anderen Belangen sind sie bis hin zur Dämpferabstimmung identisch. Deshalb haben wir drei verschiedene Männer jeweils ein Modell fahren und berichten lassen. Das sind ihre Erkenntnisse ...

OM: Ich bin den Peugeot 108 gefahren. Optisch ist er, da müsst ihr zustimmen, weniger unerquicklich als der Hello-Kitty-niedliche Citroën und der vom Manga-Stil inspirierte Aygo, oder?

VP: Vielleicht, aber ich rechne Toyota hoch an, das beige Image loswerden zu wollen. Daher auch das riesige „X“ an der Front – der Aygo sieht aus, als würde er zubeißen.

PH: Kreuzbiss. Ja, aber bei jedem Kooperationsauto fragt man sich zunächst, ob es zum restlichen Markenauftritt passt. Citroën möchte menschenorientiert und preiswert wirken. Der C1 erfüllt dieses Ziel wohl besser, als der 108 zu Peugeots Bemühungen passt, höherwertiger zu werden.

OM: Ich bin einfach froh, dass sie beim Styling eine erkennbare Differenzierung geschafft haben. Nur Windschutzscheibe und vordere Türen sind bei allen drei gleich.

Peugeot 108, Citroën C1 und Toyota Aygo: gemeinsame Entwicklung

PH: Kooperationen zahlen sich aus. Die Entwicklung und Werkzeugausstattung für einen kleinen Wagen kostet beinahe so viel wie für ein großes Auto, die Gewinnspannen fallen jedoch geringer aus. PSAs Aufgabe war es, bei den Zulieferern die besten Preise herauszuholen. Das können sie gut.

VP: Stimmt, doch bei Technik und Qualitätszielen gibt weiterhin Toyota den Ton an. Beide Seiten lernen voneinander – und im Herzen steckt schließlich auch ein Toyota-Motor.

OM: Oder ein PSA-Motor. Der selbst entwickelte 1,2-Liter bietet etwas mehr Leistung und macht die Überholspur dadurch ein wenig weniger nervenaufreibend.

VP: Toyota wurde er angeboten, doch dort lehnte man ab und blieb beim 1,0-Liter-Dreizylinder.

OM: Irgendwie kann ich das sogar nachvollziehen. Der 1,2-Liter klingt nicht so angenehm, die Schaltung ist zu unpräzise, und sein etwas besserer Antritt beruht vor allem auf der kürzeren Übersetzung. Ich fuhr beide Motoren im 108, und als ich beim 1,0-Liter erstmals den dritten Gang einlegen wollte, dachte ich tatsächlich, versehentlich im fünften gelandet zu sein.

PH: Die Übersetzung stammt wohl noch vom Vorgänger, vermutlich aus Emissionsgründen. Die Plattform unter allen drei Modellen wurde allerdings überarbeitet: eine neue Verbundlenker-Hinterachse, angepasste Stabilisatoren, neue Federn und Dämpfer rundum sowie mehr Dämmmaterial. Das sorgt für präzisere Lenkung und besseren Federungskomfort. An die Standards des VW Up! kommt er aber weiterhin nicht heran.

VP: Sehr clever. Ich hatte gehofft, dass die zusätzliche optische Aggressivität des Aygo auch eine andere fahrdynamische Abstimmung bedeutet, aber nein. Trotzdem ist er ein verspielter kleiner Wagen, mit angenehm direkter Lenkung und einem ordentlichen Fahrwerk.

Ausstattung, Verarbeitung und Platzangebot

OM: Ich muss sagen, dass mir – vielleicht überraschenderweise – die einfacheren Versionen besser gefallen haben. Ich fuhr einen 108 Allure mit Leder und Chrom im Innenraum. Vor allem weil diese vermeintlichen Qualitätsmerkmale mit den tatsächlich billig-kratzigen Türverkleidungen kollidierten, gefiel er mir deutlich weniger als der schlichtere Active.

PH: Da stimme ich völlig zu. Einfache Autos sollten auch einfach bleiben. Zierrat wirkt oft deplatziert und treibt den Preis in die Kategorie echter Kleinwagen. Wir sind uns wohl alle einig, dass diese Autos günstig konstruiert sind – man sehe sich nur die ausstellbaren hinteren Seitenscheiben, die einteilige Heckklappe aus Glas und die praktische Hutablage an, die beim Öffnen des Kofferraums hochklappt.

VP: Günstige Konstruktion, begrenzter Raum. Im Fond des Aygo fühlt man sich so eingeengt wie in einem Hobbit-Schuppen. Die Beinfreiheit ist miserabel.

OM: Dafür gibt es einen Grund. Pascal Béziat, der PSA-Projektleiter, sagte mir, dass die Rücksitze – selbst bei den Fünftürern – von den Kunden kaum genutzt würden. Entscheidend sei das Kofferraumvolumen, und das stieg von 139 Litern auf 196 Liter. Offenbar beklagten sich deutsche Käufer, dass eine übliche Bierkiste nicht in den Kofferraum passe. Jetzt passt sie hinein.

PH: Ich wette, den Verpackungsingenieuren hat die „Forschung“ dahinter gefallen.

OM: Dabei sollten wir nicht hängen bleiben. Wir müssen über die Preise sprechen. Der 108 startet bei £8,245, und für mich ist der £10,145 teure 1.0 Stop/Start 5dr Active die gelungenste Variante: 88g/km CO2, DAB und Bluetooth serienmäßig.

Preise, Individualisierung und Faltdach

VP: Der Aygo beginnt bei unter achttausend Pfund, und wer ein paar Pence übrig hat, kann Kreativität – oder deren Fehlen – frei ausleben. Er lässt sich stark individualisieren.

PH: Das gilt ebenso für das französische Duo, auch wenn manche Grafiken grauenhaft sind. Dazu kommt das große Stofffaltdach für £850. Ein Stadtauto unter freiem Himmel ist ein einzigartiges Angebot.

OM: Das ist es, wobei mich vor allem der verbesserte Komfort und die höhere Laufkultur beeindruckten. Innenraumgestaltung und Materialqualität? Eher nicht. Da spielt er nicht in der Liga von VW.

VP: Für mich der Aygo. Der 108 und der C1 sprechen zu stark Menschen einer bestimmten Altersgruppe an.

PH: Unser Fazit lautet also: Man darf nicht zu viel ausgeben, der Toyota bietet das Design, das uns anspricht, und ist deshalb unsere Wahl aus diesem Trio. Trotzdem sehe ich auch den Aygo nicht als Klassenbesten. Der VW Up! ist einfach zu stark, und außerdem macht uns der neue Twingo mit Heckmotor neugierig.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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