Audi zählen zu den klassischsten Automobilen am Markt – und das trifft besonders auf die Stufenheck-Ausführung des A3, die Audi A3 Limousine, zu.
Diese Limousine hebt sich von der fünftürigen Variante durch ihren etwas größeren Kofferraum ab. Ansonsten bringt sie im Wesentlichen dieselben Stärken wie die übrige Modellreihe mit: eine hohe Gesamtqualität, moderne Technik sowie überzeugende Motoren und Fahrwerke.
Nur wenige Modelle der Kompaktklasse werden weiterhin mit einer Stufenheckkarosserie angeboten; einige davon sind vor allem für Märkte bestimmt, in denen die Nachfrage nicht bloß gering ausfällt, etwa in der Türkei, Spanien oder Brasilien. In Portugal dominiert der Sportback die Verkaufszahlen klar (84 % gegenüber nur 16 % für diese Limousine). Zudem sind viele potenzielle Interessenten zum Q2 gewechselt, dem preislich vergleichbaren Audi-Crossover.
Gegenüber dem Vorgänger ist das neue Modell 4 cm länger, 2 cm breiter und 1 cm höher – Veränderungen, die mit bloßem Auge kaum auffallen. Der Radstand wurde hingegen unverändert übernommen.
Das Außendesign lässt sich mit der abgenutzten Formel „Evolution in Kontinuität“ beschreiben: An den konkaven seitlichen Flächen, am Heck und an der Motorhaube fallen prägnantere Kanten auf. Im Vergleich zum Sportback reicht die Sicke im Karosserieprofil außerdem bis zum Stoßfänger, wodurch der verlängerte Heckbereich stärker betont wird.
Wieder an Bord sind der sechseckige Wabengrill und serienmäßige LED-Scheinwerfer mit erweiterten, individualisierbaren Lichtfunktionen; in den höheren Ausstattungen kommen digitale Matrix-LED-Scheinwerfer zum Einsatz. Auch das Heck wird zunehmend von horizontal angeordneten Leuchten geprägt.
Mittelgroßer Kofferraum, aber größer als im Sportback
Das Gepäckabteil fasst wie beim Vorgänger 425 Liter. Im Wettbewerbsumfeld sind das 100 Liter weniger als beim Fiat Tipo Limousine, der zwar nicht den Premiumanspruch des Audi erfüllt, aber eine vergleichbare Karosserieform und ähnliche Außenmaße aufweist.
Gegenüber den direkteren Konkurrenten BMW 2er Gran Coupé und Mercedes-Benz A-Klasse Limousine liegt das Gepäckraumvolumen der A3 Limousine im Mittelfeld: Es fällt nur fünf Liter kleiner aus als beim BMW und ist 15 Liter größer als beim Mercedes-Benz.
Im Vergleich zum A3 Sportback stehen 45 Liter mehr zur Verfügung. Praktischer ist der Stauraum dennoch nicht, weil die Ladeöffnung schmäler ausfällt. Außerdem fehlen Hebel zum Entriegeln und Umklappen der Rücksitzlehnen – eine Lösung, die etwa bei Kombis fast immer vorhanden ist. Wer beim Beladen feststellt, dass die Lehnen umgelegt werden müssen, damit das Gepäck hineinpasst, muss daher einmal um das Fahrzeug herumgehen und die hintere Tür öffnen.
An der Beinfreiheit im Fond ändert sich nichts; sie reicht für Passagiere bis 1,90 m Körpergröße. Bei der Kopffreiheit gibt es allerdings einen kleinen Vorteil, weil die Sitze etwas näher am Fahrzeugboden montiert wurden. Die hinteren Sitzplätze bleiben höher als die vorderen angeordnet und erzeugen so den von Fondpassagieren meist geschätzten Amphitheater-Effekt. Mehr als zwei Personen würde ich dort jedoch nicht empfehlen, denn der Mitteltunnel ist sehr groß und der mittlere Platz zugleich schmäler sowie härter gepolstert.
Neben den Seriensitzen der Basisversion – darüber rangieren noch Advanced und S Line – bietet Audi sportlichere Sitze mit stärker ausgeprägtem Seitenhalt und integrierten Kopfstützen an; bei S Line gehören sie zur Serienausstattung. Anspruchsvollere Kunden können Heizfunktion, elektrische Verstellung und eine Lendenwirbelstütze mit pneumatischer Massagefunktion wählen.
Links vom Armaturenbrett, das wie fast immer „im Haus“ mit sehr guter Material-, Verarbeitungs- und Montagequalität überzeugt, stehen mehrere Lenkradvarianten zur Wahl: rund oder abgeflacht, serienmäßig mit Multifunktionstasten sowie wahlweise mit oder ohne Schaltwippen.
Audi A3 Limousine: Fast alle Tasten verbannt
Der Innenraum wirkt durch die digitalen Displays für Instrumentierung und Infotainment ausgesprochen modern. Das Kombiinstrument misst 10,25 Zoll, optional 12,3 Zoll und bietet dann erweiterte Funktionen. Der 10,1-Zoll-Infotainmentbildschirm ist leicht zum Fahrer geneigt, während die Konnektivität weiter an Bedeutung gewinnt.
Übrig geblieben ist nur eine Handvoll physischer Bedienelemente, darunter jene für Klimatisierung, Antriebs- und Stabilitätskontrollsysteme sowie die Tasten am Lenkrad, das von zwei großen Luftausströmern eingerahmt wird.
Die leistungsstärkere Elektronikplattform MIB3 ermöglicht dem A3 Handschrifterkennung, intelligente Sprachsteuerung, umfassende Vernetzung und Echtzeit-Navigationsfunktionen. Darüber hinaus kann das Auto mit der Infrastruktur kommunizieren, was mögliche Vorteile für Sicherheit und Effizienz beim Fahren bringt.
Ebenfalls erhältlich sind ein Head-up-Display und bei Automatikgetriebe ein Shift-by-wire-Wählhebel. Rechts daneben befindet sich erstmals bei Audi ein Drehregler für die Audiolautstärke, der auf kreisende Fingerbewegungen reagiert.
Günstigere Versionen erst im letzten Quartal
Zum Marktstart im September ist die A3 Limousine mit einem 1,5-l-Motor mit 150 PS erhältlich (35 TFSI mit Siebengang-Doppelkupplungsautomatik, stets mit Mild-Hybrid-System) sowie mit dem 2,0 TDI mit gleicher Leistung (35 TDI).
Noch vor Jahresende ergänzen die Einstiegsantriebe 1,0 l mit 110 PS als Dreizylinder und 2,0 TDI mit 116 PS – bezeichnet als 30 TFSI beziehungsweise 30 TDI – das Angebot. Ihre Preise sollen beim Benziner unter der psychologisch wichtigen, und nicht nur psychologisch relevanten, Grenze von 30.000 Euro liegen.
Am Steuer der A3 Limousine 35 TFSI MHEV
Gefahren wurde der 35 TFSI MHEV – so heißt der Mild-Hybrid beziehungsweise „sanfte“ Hybrid –, der über das erwähnte 48-V-Elektrifizierungssystem und eine kleine Lithium-Ionen-Batterie verfügt.
Beim Verzögern oder leichtem Bremsen kann er Energie zurückgewinnen, und zwar bis zu 12 kW oder 16 PS. Beim Anfahren und bei Beschleunigungsvorgängen aus mittleren Drehzahlbereichen liefert das System maximal 9 kW (12 PS) und 50 Nm. Außerdem kann der A3 bis zu 40 Sekunden mit ausgeschaltetem Motor segeln; Audi nennt eine mögliche Einsparung von bis zu knapp einem halben Liter je 100 km.
In der Praxis ist dieser elektrische Schub bei Zwischenspurts tatsächlich spürbar – und dort sogar deutlich nützlicher, als wenn sich die zusätzliche Leistung ausschließlich bei Vollgasbeschleunigungen bemerkbar machen würde. Diese kommen nicht nur seltener vor, sie profitieren auch bereits von den Leistungsreserven der Kickdown-Funktion dieser kooperativen und relativ schnell schaltenden Siebengang-Doppelkupplungsautomatik, die den eingelegten Gang sofort um zwei oder drei Stufen zurückschaltet.
Das trägt gemeinsam mit dem bereits ab 1500 U/min vollständig verfügbaren maximalen Drehmoment dazu bei, dass der A3 35 TFSI MHEV jederzeit sehr rasch hochdreht. Ebenso hilft die Zylinderabschaltung bei fehlender Gaspedallast oder bei sehr geringer Last, den Verbrauch zu senken; Audi beziffert die Ersparnis auf bis zu 0,7 l/100 km.
Auf der 106 km langen Route rund um Ingolstadt, dem Sitz der Audi-Zentrale, die Schnellstraßen, Landstraßen und Stadtverkehr kombinierte, ermittelte ich einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 l/100 km. Das liegt fast einen Liter über dem vom deutschen Hersteller homologierten Wert.
Kompetentes Fahrwerk mit zwei Charakteren
An der Vorderachse arbeitet die bekannte McPherson-Konstruktion, während die von mir gefahrene Version 35 TFSI hinten über eine unabhängige Mehrlenkerachse verfügt. Audi A3 mit weniger als 150 PS setzen, wie auch andere Modelle dieser Klasse wie der Volkswagen Golf oder die Mercedes-Benz A-Klasse, auf eine weniger aufwendige Verbundlenkerachse.
Dieses Testfahrzeug war zudem mit dem variablen Dämpfersystem ausgestattet, das die Bodenfreiheit um 10 mm reduziert und den Fahrmodi mehr Wirkung verleiht – sofern man sich für diese Option entscheidet.
Denn das Fahrverhalten des A3 wechselt deutlich zwischen komfortabel und sportlich. Die Federung wird entweder straffer oder weicher, also im ersten Fall stabiler und im zweiten komfortabler. Gleichzeitig nutzt das Getriebe Programme mit entsprechend unterschiedlicher Reaktion, die sich direkt auf die Motorleistung auswirken.
Auf der Teststrecke mit vielen kurvenreichen Abschnitten war Fahrspaß garantiert, sobald der Dynamik-Modus aktiviert wurde. Dieser passt auch die selektive Drehmomentsteuerung an den Vorderrädern an, um die Tendenz zum Untersteuern zu verringern.
Im Alltag dürfte es jedoch meist sinnvoller sein, den Automatik-Modus zu wählen und die erforderlichen Berechnungen für die wichtigsten Fahrfunktionen der Software zu überlassen: Lenkung, Gaspedal, Dämpfung, Motorsound und Getriebe. Dieses hat keinen manuellen Wählmodus mehr, weshalb manuelle beziehungsweise sequenzielle Gangwechsel ausschließlich über die am Lenkrad montierten Schaltwippen erfolgen können.
Zusätzlich verstärken in diesem Fall die geringere Bodenfreiheit sowie die größeren Reifen und Räder (225/40 R18) den Eindruck eines stabilen Fahrverhaltens, wenn auch weniger stark als beim BMW 1er mit vergleichbaren Motoren und Fahrwerkskonfigurationen. Ohne variable Dämpfer bleiben die in den Fahrmodi wahrnehmbaren Unterschiede nahezu geringfügig.
Freunde einer sportlicheren Fahrweise könnten auch die progressive Lenkung dieser A3 Limousine schätzen. Je weiter der Fahrer das Lenkrad einschlägt, desto direkter reagiert sie. Das reduziert den Aufwand im Stadtverkehr und ermöglicht auf kurvenreichen Straßen bei höherem Tempo eine präzisere Rückmeldung und mehr Agilität – mit lediglich 2,1 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag.
Ihr Beitrag zu einem sportlicheren Fahrerlebnis ist eindeutig. Gleichzeitig verhindert die unabhängige Hinterradaufhängung destabilisierende Fahrzeugbewegungen beim Überfahren von Bodenwellen in Kurven, die bei Versionen mit halbstarrer Hinterachse häufiger auftreten und stärker spürbar sind.
Wann kommt sie und was kostet sie?
Die Markteinführung der Audi A3 Limousine ist bereits für September nächsten Jahres in den Versionen 35 TFSI und 35 TDI vorgesehen. Endgültige Preise liegen noch nicht vor, zu erwarten ist jedoch ein Aufpreis von 345 bis 630 Euro gegenüber dem bereits angebotenen A3 Sportback.
Im letzten Quartal des Jahres wird die Baureihe um die günstigeren Varianten 30 TFSI und 30 TDI erweitert. Damit soll die A3 Limousine als TFSI unter 30.000 Euro und als TDI unter 33.000 Euro kosten.
Technische Daten
| Audi A3 Limousine 35 TFSI | |
|---|---|
| Motor | |
| Bauart | 4 Zylinder in Reihe |
| Ventilsteuerung | 2 obenliegende Nockenwellen/16 Ventile |
| Gemischaufbereitung | Direkteinspritzung; Turbolader |
| Verdichtungsverhältnis | 10,5:1 |
| Hubraum | 1498 cm³ |
| Leistung | 150 PS zwischen 5000-6000 U/min |
| Drehmoment | 250 Nm zwischen 1500-3500 U/min |
| Kraftübertragung | |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Getriebe | Automatikgetriebe (Doppelkupplung) mit 7 Gängen |
| Fahrwerk | |
| Aufhängung | VA: Unabhängig, Bauart MacPherson; HA: Unabhängig, Mehrlenkerbauart |
| Bremsen | VA: Belüftete Scheiben; HA: Scheiben |
| Lenkung | Elektrische Unterstützung |
| Lenkradumdrehungen | 2,1 |
| Wendekreisdurchmesser | 11,0 m |
| Abmessungen und Kapazitäten | |
| Länge x Breite x Höhe | 4495 mm x 1816 mm x 1425 mm |
| Radstand | 2636 mm |
| Kofferraumvolumen | 425 l |
| Tankinhalt | 50 l |
| Räder | 225/40 R18 |
| Gewicht | 1395 kg |
| Fahrleistungen und Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit | 232 km/h |
| 0-100 km/h | 8,4s |
| Kombinierter Verbrauch | 5,5 l/100 km |
| CO₂-Emissionen | 124 g/km |






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