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Ford Focus Active SW: Braucht man noch einen SUV?

Blauer Ford Focus Activ Kombi mit geöffnetem Dachbox im modernen Ausstellungsraum vor Stadtsilhouette
In diesem Artikel
  1. Optisch klar eigenständig
  2. Ford Focus Active SW: Viel Raum im Innenraum
  3. In der Stadt und im Gebirge
  4. Fahrmodi für jeden Geschmack
  5. In diesem Fall bleibt Diesel sinnvoll
  6. Ist er das richtige Auto für mich?

Zwischen den erfolgreichen SUV und den unauffälligeren Kombis gibt es die „Kombis mit hochgekrempelten Hosen“ – ein einst stärker besetztes Teilsegment, in dem der Ford Focus Active SW nun erstmals vertreten ist.

Wie der kürzlich von uns getestete Fiesta Active versteht sich auch der Focus Active SW als Ford-Alternative für alle, die mehr Vielseitigkeit brauchen, sich jedoch aus irgendeinem Grund gegen einen SUV entscheiden. Das kann ein Modell der US-Marke sein – hier wäre es der Kuga – oder ein Fahrzeug eines anderen Herstellers.

Doch kann der Focus Active SW mit den erfolgreichen SUV mithalten? Um das herauszufinden, haben wir ihn mit dem 1.5 EcoBlue-Dieselmotor mit 120 PS getestet.

Optisch klar eigenständig

Wie schon sein „kleiner Bruder“ ist der Focus Active SW auf den ersten Blick nicht mit den übrigen Focus SW-Versionen zu verwechseln. Mehr Bodenfreiheit und die Karosserieschutzteile verleihen ihm durchgehend einen stärkeren Drang nach Abenteuer.

Meiner Ansicht nach ist das Ergebnis sehr gelungen. Ich muss zugeben, dass mir Kombis mit robusterer Optik gefallen, und der Focus Active SW zählt in dieser Hinsicht zu den überzeugendsten Beispielen.

Selbst neben einigen Varianten des Ford Kuga wirkt dieser Focus Active SW besser dafür gerüstet, schlechte Wege zu bewältigen. Verantwortlich dafür sind vor allem die Kunststoffverkleidungen an der Karosserie, die ihn unverkennbar machen.

Ford Focus Active SW: Viel Raum im Innenraum

Gegenüber den anderen Focus SW-Ausführungen bietet der Focus Active SW spezielle Sitze, die bequem sind und guten Seitenhalt bieten, sowie eine leicht erhöhte Sitzposition. Man sitzt also nicht so hoch wie in einem SUV, profitiert aber dennoch etwas von der besseren Übersicht nach aussen.

Abgesehen davon bewegen sich Verarbeitungs- und Materialqualität auf einem guten Niveau – was besonders auf „schlechten Wegen“ auffällt. Auch beim Design folgt der Focus Active SW den jüngsten Ford-Modellen: Die Gestaltung erinnert stark an Kuga und Fiesta, während wichtige Funktionen weiterhin über physische Bedienelemente gesteuert werden.

Zwar vermittelt diese Lösung nicht dieselbe moderne Anmutung wie das fast tastenlose Armaturenbrett etwa des neuen Golf. Bei Ergonomie und Bedienbarkeit spricht sie jedoch klar für den Ford-Kombi.

Unverändert geblieben sind erfreulicherweise die Platzverhältnisse im Ford Focus Active SW. Geräumig und komfortabel ausgelegt, befördert der Ford-Kombi vier Erwachsene entspannt und lädt zu langen Fahrten mit Familie oder Freunden ein.

Mit 608 Litern setzt der Kofferraum Massstäbe und liegt deutlich über dem Angebot mancher SUV wie dem SEAT Ateca mit 510 Litern oder dem Hyundai Tucson mit 513 Litern. Der interne „Rivale“, der Kuga, bietet in dieser Disziplin allerdings beeindruckende 645 Liter.

In der Stadt und im Gebirge

Diese Version beschert dem Focus SW neben der neuen Optik vor allem etwas mehr Bodenfreiheit – 30 mm an der Vorderachse und 34 mm hinten – sowie andere Federn, Stossdämpfer und Stabilisatoren. Doch hat sich das auf die Fahrdynamik ausgewirkt?

Die erfreuliche Antwort lautet: nein. Der Ford Focus Active SW bleibt präzise, ausgewogen und in Kurven sogar unterhaltsam. Er animiert dazu, seine dynamischen Fähigkeiten auszukosten, und hebt sich in diesem Punkt von den meisten erhältlichen SUV ab – wozu auch der tiefere Schwerpunkt beiträgt.

Trotz seiner Familientauglichkeit ertappte ich mich wegen seiner fahrdynamischen Qualitäten dabei, absichtlich den kurvigsten Heimweg zu suchen, nur um das Zusammenspiel aus Fahrwerk, Federung und Lenkung länger geniessen zu können.

Noch besser: Verlässt man den Asphalt, ermöglicht die zusätzliche Bodenfreiheit tatsächlich ein weiteres Vordringen, ohne dass er SUV etwas schuldig bleibt. Unter diesen Bedingungen fährt er sicher und vorhersehbar, ohne eine gewisse Portion Fahrspass einzubüssen, und erinnert sogar daran, dass Ford im Rallyesport über viel Erfahrung verfügt.

Fahrmodi für jeden Geschmack

Die Active-Version ergänzt die bereits bei anderen Focus-Modellen vorhandenen Modi Eco/Normal/Sport um zwei weitere Fahrprogramme: Rutschig und Wege. Sie ersetzen zwar kein Allradsystem, doch auf unbefestigten Strecken vermitteln sie mehr Souveränität, indem sie etwa die Eingriffe der Traktions- und/oder Stabilitätskontrolle anpassen.

Bei den übrigen Modi sind die Unterschiede – anders als häufig üblich – tatsächlich spürbar. „Eco“ dämpft die Gasannahme und eignet sich besonders für Fahrten mit Reisetempo auf der Autobahn; „Normal“ bietet einen gelungenen Ausgleich zwischen Leistung und Verbrauch.

Der Modus „Sport“ verleiht der ohnehin angenehmen Lenkung zusätzliches Gewicht und lässt den Motor direkter aufs Gaspedal reagieren, ohne den Verbrauch stark zu beeinträchtigen.

In diesem Fall bleibt Diesel sinnvoll

Auch wenn sie zunehmend unter Druck stehen, gibt es weiterhin Autos, bei denen Dieselmotoren sinnvoll sind. Der Ford Focus Active SW gehört meiner persönlichen Einschätzung nach dazu und harmoniert sehr gut mit dem 1.5 EcoBlue mit 120 PS.

Der Motor zeigt sich über den gesamten Drehzahlbereich angenehm und verleiht dem Focus Active SW einen Charakter, der sich auf langen Strecken „wie angegossen“ anfühlt. Zudem erweist er sich von Natur aus als sparsam. Verbräuche von 5 bis 5,5 l/100 km sind ohne besondere Mühe erreichbar, und bei zurückhaltender Fahrweise sind sogar rund 4,5 l/100 km möglich – welcher SUV schafft schon solche Werte?

Und das Getriebe? Das manuelle Sechsganggetriebe ist, genau wie jenes des Fiesta Active, ausgesprochen angenehm zu bedienen. Sein kurzer Schaltweg und das mechanische Gefühl machen beinahe Lust darauf, Gänge „einfach so“ einzulegen, nur um die angenehme Rückmeldung zu erleben.

Ist er das richtige Auto für mich?

Durch die „SUV-Flut“ etwas in Vergessenheit geraten und sogar bedroht, haben Kombis mit „hochgekrempelten Hosen“ im Vergleich mit frontgetriebenen SUV weiterhin überzeugende Argumente.

Mit seiner robusten, abenteuerlichen Erscheinung steht der Ford Focus Active SW den SUV in nichts nach. Bei der Vielseitigkeit begegnet er ihnen auf Augenhöhe und übertrifft sie, sobald es darum geht, kurvige Strecken zu bewältigen oder „die ganze Welt“ mitzunehmen.

Wer einen geräumigen, sparsamen Kombi mit einer abenteuerlicheren Optik sucht, die nicht bloss „Show“ ist, sollte den Focus Active SW unbedingt in Betracht ziehen. Er ist nicht nur eine gute Alternative innerhalb der Focus-Baureihe, sondern auch gegenüber SUV eine starke Wahl, weil er die dynamischen Qualitäten des Focus mit zusätzlicher Vielseitigkeit verbindet.

Damit zur Frage aus dem Titel: Mit Angeboten wie dem Focus Active SW braucht es keinen SUV – ausser dieser bietet den Mehrwert eines Allradantriebs oder man muss unbedingt im „ersten Stock“ sitzen.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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