Ein Gebrauchtwagen kann eine gute Lösung sein, wenn du ein Auto kaufen möchtest, aber für einen hohen Betrag für ein Neufahrzeug nicht genug Geld zur Verfügung hast – oder schlicht ein Fahrzeug aus zweiter Hand bevorzugst. Der Kauf eines gebrauchten Autos hat allerdings auch Nachteile und verlangt deshalb in jeder Phase des Geschäfts besondere Aufmerksamkeit.
Gebrauchtwagenkauf: Vorbereitung und Prüfung
1. Vor dem Kauf zweimal nachdenken
„Brauche ich das Auto wirklich?“ Stelle dir zunächst diese Frage und lege deine Bedürfnisse und vor allem deine Prioritäten fest. Soll der Gebrauchtwagen hauptsächlich in der Garage stehen oder nur am Wochenende gefahren werden, rechne auch die weiteren Kosten für Versicherung, motorbezogene Versicherungssteuer und mögliche Wartungsarbeiten durch. Das Angebot mag unwiderstehlich wirken. Bedenke aber, dass die Ausgaben für ein selten genutztes Auto „in etwa gleich hoch“ sind wie für eines, das täglich viel gefahren wird. Auch der Wertverlust verläuft bei beiden praktisch gleich.
2. Recherchieren
Wichtig ist, ein Auto zu finden, das möglichst gut zu deinen Bedürfnissen passt. Besuche Autohändler und Verkaufsportale im Internet wie OLX, AutoSapo und Standvirtual und erkundige dich nach dem Fahrzeug sowie den Zahlungsmöglichkeiten. Auch auf den Websites der Automarken kannst du nachsehen: Manche bieten Gebrauchtwagenprogramme mit sehr interessanten Garantien an. „Wer fragt, fährt nicht nach Rom, sondern kauft ein gutes Auto.“ Entscheidend ist, den Kauf wohlüberlegt anzugehen: Lass Impulsivität und Gefühle beiseite und gib der Vernunft den Vorrang.
3. Hilfe bei der Fahrzeugprüfung holen
Du hast dich bereits für ein Auto entschieden? Hervorragend – nun fehlt noch die Probefahrt. Unser Rat: Bring das Fahrzeug zu einer Person, die du kennst, der du möglichst vertraust und die sich gut mit Mechanik auskennt. Kennst du niemanden, kannst du dich auch an Werkstätten wenden, die Gebrauchtwagen überprüfen, etwa Bosch Car Service, MIDAS oder an die Werkstatt der jeweiligen Automarke.
4. Einige wichtige Punkte kontrollieren
Möchtest du selbst nachsehen, solltest du einige wesentliche Punkte nicht übergehen: Prüfe die Karosserie auf Rost, Dellen und Beulen sowie den Zustand der Reifen, die Beleuchtung und den Lack. Sieh nach, ob sich Türen und Motorhaube öffnen lassen, und kontrolliere Polster, Sitze, Sicherheitsgurte, sämtliche Knöpfe und Funktionen, Spiegel, Schlösser und Zündung. Starte außerdem den Motor und achte darauf, ob das Armaturenbrett eine Störung anzeigt. Kontrolliere schließlich den Ölstand und die Gültigkeit der Batterie. Bei der anschließenden Probefahrt überprüfst du die Bremsen, die Spureinstellung, das Getriebe und die Federung. Die Verbraucherorganisation DECO stellt für solche Fälle eine Checkliste bereit.
Gebrauchtwagenkauf: Preis, Unterlagen und Garantie
5. Den Preis recherchieren
Das Gefühl, „über den Tisch gezogen“ worden zu sein, gehört zu den unangenehmsten Erfahrungen. Online-Verkaufsportale können dabei helfen: AutoSapo beispielsweise berechnet Preise anhand des Kilometerstands und weiterer Merkmale. Bei Standvirtual lässt sich sogar ein geeigneter Preis für das ausgewählte Auto ermitteln. Dafür brauchst du lediglich Marke, Modell, Jahr der Zulassung, Kilometerstand und Kraftstoffart.
6. Die Versicherungskosten berechnen
Auch hier können wir für Online-Rechner „dankbar“ sein: Mit einer einfachen Berechnung erhältst du eine Schätzung, wie viel du für die Versicherung deines Autos zahlen wirst.
7. Die Unterlagen überprüfen
Wenn du den Gebrauchtwagen tatsächlich kaufen möchtest, solltest du diesen Schritt erledigen, bevor du irgendeine Anzahlung leistest. Kontrolliere, ob alle Unterlagen aktuell sind, darunter der Eigentumsnachweis und der Zulassungsschein. Der portugiesische Automobilclub ACP empfiehlt, besonders sorgfältig zu prüfen, ob der Name des Verkäufers mit jenem in den Fahrzeugunterlagen übereinstimmt.
Ist das nicht der Fall, solltest du nachsehen, ob eine vom Eigentümer unterzeichnete Verkaufserklärung vorliegt. Vergleiche außerdem die Fahrgestell- und Motornummer mit den Angaben im Fahrzeugdokument. Prüfe auch, ob im Eigentumsregister ein Vorbehalt zugunsten eines Kreditinstituts eingetragen ist: Dessen Löschung kann laut ACP zusätzliche Kosten verursachen.
Du solltest zudem Einsicht in das Serviceheft, die Sicherheits- und Diebstahlschutzcodes, die Bedienungsanleitung, die Prüfbescheinigung und den Nachweis über die bezahlte Stempelsteuer erhalten.
8. Die Fahrzeuggarantie bestätigen
Bei einem Kauf von einer Privatperson besteht keine Pflicht, eine Garantie zu gewähren. Möglicherweise verfügt das Auto aber noch über eine Herstellergarantie; in diesem Fall solltest du deren Gültigkeit prüfen. Kaufst du das Fahrzeug bei einem Gebrauchtwagenhändler, hast du Anspruch auf eine Garantie von zwei Jahren. Vereinbaren Käufer und Verkäufer eine kürzere Frist, beträgt das Minimum ein Jahr. Lass dir die Garantiebedingungen am besten immer schriftlich geben, insbesondere die Laufzeit und den Umfang der Deckung sowie deine Pflichten als Käufer.
Fehlt deiner Meinung nach noch etwas? Wenn du schon einmal einen Gebrauchtwagen gekauft hast, teile hier deine Tipps!
Quelle: Caixa Geral de Depósitos






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