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Renault Captur LPG im Test: eine ausgezeichnete Alternative

Oranger Renault Captur GPL SUV mit schwarzem Dach auf glänzendem Boden in Ausstellungshalle
In diesem Artikel
  1. Modernisierter Auftritt des Renault Captur
  2. Verfeinertes Fahrverhalten
  3. Unterschied? Welcher Unterschied?
  4. Kopfrechnen – na ja, fast …
  5. Gute Nachrichten für die Geldbörse
  6. Urteil
  7. Technische Daten

Der Renault Captur zeigt, dass Autogas eine ausgezeichnete Wahl ist. Wer keine Möglichkeit hat, ein Elektroauto zu laden, findet darin eine der besten Alternativen.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich vor etwas mehr als einem Jahr den Test des Renault Clio TCe 100 LPG schrieb. Guilherme kam vorbei und bemerkte, womit ich beschäftigt war. Wir unterhielten uns kurz über den Clio, den er bereits bei der internationalen Präsentation gefahren hatte.

Dabei brachte Guilherme die mit Flüssiggas betriebene Variante auf den Punkt: „Die richtige Technologie zur richtigen Zeit.“ Dieser Satz ist perfekt und sagt alles. Mit dem überarbeiteten Renault Captur, der genau dasselbe System mitbringt, fiel er mir wieder ein. Und er passt nach wie vor.

Viele Familien rechnen derzeit durch, ob sie sich ein Hybridauto oder sogar ein reines Elektrofahrzeug leisten können. Modelle mit Zweistoffantrieb und Autogas scheinen dabei weiterhin kaum eine Rolle zu spielen.

Vertrauen Sie mir: Rechnen Sie noch einmal nach …

Leider bleibt diese Möglichkeit auch in den Kalkulationen der meisten Autohersteller außen vor. Offenbar folgen alle demselben Weg und gehen davon aus, dass die Zukunft garantiert vollelektrisch sein wird. Renault und auch Dacia schlagen zwar dieselbe Richtung ein, halten aber zugleich an anderen sinnvollen Technologien wie Autogas fest.

Modernisierter Auftritt des Renault Captur

Bei den meisten optischen Änderungen folgt der Renault Captur dem bereits beim Clio angewandten Rezept. Seine Front wurde völlig neu gestaltet und unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger: Sie wirkt moderner und aggressiver. Am Heck beschränken sich die kosmetischen Eingriffe auf die Leuchten.

Abgesehen von neuen Leichtmetallfelgen gibt es ansonsten nur Änderungen bei der Ausstattung, die je nach Ausführung und Umfang variiert. Das Fahrzeug auf den Bildern ist ein Techno und damit die umfangreicher ausgestattete der beiden mit Eco-G erhältlichen Versionen.

Im Innenraum hat sich gegenüber dem bisher bekannten Renault Captur wenig bis nahezu nichts verändert. Ins Auge fallen das vollständig digitale Kombiinstrument mit modernisierter Darstellung und der senkrecht angeordnete zentrale 10,4-Zoll-Touchscreen. Darin sind mehrere Google-Apps und zahlreiche weitere Funktionen integriert.

Dafür verdient Renault ein Lob. Probieren Sie dieses Infotainmentsystem aus: Es ist so unkompliziert, dass es selbst Menschen überzeugt, die mit Technik und Gadgets wenig anfangen können. Die Sprachsteuerung funktioniert natürlich, und dank der Google-Apps nutzen wir stets vertraute Systeme.

Auch die Fahrassistenzsysteme arbeiten überzeugend, darunter die automatische Bremsfunktion, der Spurhalteassistent und die Totwinkelwarnung. Ebenso wichtig: Sie lassen sich einfach abschalten, wenn man von Warnmeldungen verschont bleiben möchte.

Links von der Lenksäule hat Renault dafür eine neue Taste eingebaut, auf der die bevorzugten Einstellungen gespeichert sind. Nach dem Starten genügt ein Druck, ein zweiter bestätigt die Auswahl. Schon gibt es nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit Warnungen und akustische Signale. Perfekt, oder?

Verfeinertes Fahrverhalten

Mit der Überarbeitung scheint der Renault Captur eine neue, etwas weichere Fahrwerksabstimmung erhalten zu haben. Auf gutem Untergrund ist der Komfort höher, und auch in Kurven verliert der Captur nicht so schnell die Fassung.

Kritik gibt es nur auf stärker beschädigten Straßen. Dort vermittelt die Federung nicht ganz die Souveränität und Ruhe der neueren Modelle der französischen Marke. Bequem bleibt es zwar, doch gelangen etwas mehr Geräusche und Vibrationen in den Innenraum als bei manchen Konkurrenten.

Der nur einen Liter große Benzinmotor mit drei Zylindern in Reihe und 101 PS leistet mit direkter Kraftstoffeinspritzung sowie einem Turbo samt Ladeluftkühler im Gas- und Benzinbetrieb praktisch dasselbe.

In Verbindung mit dem manuellen Sechsganggetriebe liegt die angegebene Höchstgeschwindigkeit bei rund 173 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 13 Sekunden. Im Alltag hat man im Renault Captur LPG für fast jede Situation ausreichend Leistung. Ist das Auto jedoch voll besetzt, sollte man Überholmanöver sorgfältiger planen.

Unterschied? Welcher Unterschied?

Vor einigen Jahren war beim Fahren noch ein Unterschied zwischen Benzin und Autogas zu bemerken. Heute nimmt man ihn kaum noch wahr. Der Schalter zum Wechsel zwischen den beiden Betriebsarten sitzt links von der Lenksäule und ist tatsächlich nichts weiter als ein Knopf.

Nach dem Drücken erfolgt die Umschaltung nicht sofort: Zwei bis drei Sekunden muss man warten. Danach ändert sich lediglich die Tankanzeige im Kombiinstrument vom einen Kraftstoff zum anderen; außerdem leuchtet ein kleines Quadrat mit der Abkürzung LPG auf.

Sind beide Tanks gefüllt – mit 49 Litern Benzin und 32 Litern Autogas –, gibt Renault für den Captur LPG eine maximale Reichweite von bis zu 1300 km an. Beim Testwagen zeigte der Bordcomputer noch vor Beginn der Fahrt 570 km für Benzin und 420 km für Autogas an.

Der große Vorteil dabei: Diese Werte ergeben keinen kombinierten Durchschnitt. Sie werden vielmehr addiert, in diesem Fall also zu 990 km. Genau darin liegt eine der großen Stärken von Autogas und zwei Kraftstofftanks.

Die andere ist, wie Sie vermutlich schon ahnen, der deutlich niedrigere Autogaspreis. Während ich diesen Test schreibe, liegt der Durchschnittspreis in Portugal weiterhin unter einem Euro pro Liter und damit bei fast der Hälfte des Benzinpreises.

Kopfrechnen – na ja, fast …

Rechnen wir mit den aktuellen Kraftstoffpreisen kurz nach: Eine volle Benzintankfüllung zu 1,738 €/l kostet 85,16 Euro. Den Autogastank zu 0,982 €/l zu füllen, kostet 31,42 Euro. Wer stets mit Autogas fährt und den Benzinvorrat unangetastet lässt, kann mit der Zeit beträchtlich sparen.

Allerdings sollte erwähnt werden, dass der 101 PS starke Einliter-TCe im Autogasbetrieb durstiger ist. Mit Benzin habe ich durchschnittlich 7,5 l/100 km gemessen. Renault gibt 6,1–6,4 l/100 km an, wenn man weniger unvernünftig fährt als ich. Theoretisch wären damit maximal 640 km möglich.

Mit aktiviertem Autogassystem, das ich länger und ebenfalls nicht gerade zurückhaltend genutzt habe, lag mein Durchschnitt bei 10,8 l/100 km.

Der Abstand zu den angegebenen 7,6–8 l/100 km ist beträchtlich. Deshalb fuhr ich anschließend gemäßigter und kam schließlich auf 8,9 l/100 km – nur noch einen Liter mehr als die Herstellerangabe.

Selbst mit meinem zügig erzielten Durchschnitt reicht jede Autogasfüllung mit 32 Litern für nahezu 300 km. Addiert man beide Werte, schafft der Renault Captur LPG mit Kraftstoff für rund 115 Euro mehr als 930 km.

Eine weitere Rechnung fehlt noch, vielleicht die wichtigste: Bei „normaler“ Fahrweise liegen die Kosten unter 9 €/100 km. Mit Benzin kostet dieselbe Strecke 13,5 €/100 km.

Das sind fast fünf Euro Unterschied pro 100 km. Es ist nicht übertrieben zu sagen: Autogas ist der neue Diesel. Große Strecken lassen sich damit zu überschaubaren Kosten zurücklegen.

Das Betanken mit Autogas ist zwar etwas aufwendiger als das Tanken von Benzin, aber immer noch einfacher als das Laden eines reinen Elektroautos an einer öffentlichen Ladestation. Es braucht weder Karten noch Apps und geht deutlich schneller. Das ist lediglich eine Feststellung.

Gute Nachrichten für die Geldbörse

Nicht nur bei den Verbrauchskosten gibt es gute Nachrichten, sondern auch beim Kaufpreis. In einem Markt, in dem beinahe ausschließlich von Elektroautos und Hybriden die Rede ist, begegnen uns täglich beträchtliche Beträge. Beim Renault Captur LPG sieht das anders aus.

Die französische Marke nutzt ihre Eco-G-Technologie seit Jahren; verglichen mit vielen anderen Systemen ist sie recht einfach. Daher kostet der abgebildete Renault Captur einschließlich aller Extras nicht einmal 30.000 Euro.

Die Techno-Version startet bei 26.300 Euro. Hinzu kommen 700 Euro für die Metallic-Lackierung mit schwarzem Dach und rund 2800 Euro für Extras. Rechnet man noch Verwaltungs- und Transportkosten dazu, wird die Schwelle von 30.000 Euro vermutlich überschritten. Dafür erhält man ein kleines Familien-SUV mit starken Argumenten bei den monatlichen Ausgaben.

Urteil

Technische Daten

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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