Auf den ersten Lancia der Stellantis-Ära – den Nachfolger des Ypsilon – müssen wir zwar noch bis 2024 warten. Die traditionsreiche italienische Marke wollte uns jedoch nicht so lange auf einen ersten Ausblick auf ihre Zukunft warten lassen.
Bei der online verfolgbaren Veranstaltung „Design Day“ im Schloss Reggia di Venaria in Turin stellte Lancia-CEO Luca Napolitano die künftige Designsprache der Marke vor. Sie trägt den Namen Pu+Ra Design, eine Zusammensetzung aus den Begriffen „Pure“ und „Radical“.
Das Konzept soll „die weichen, reinen und sinnlichen Formen der Modelle Aurelia und Flaminia“ mit den „modernsten Ausdrucksformen von Radikalität und Schlichtheit verbinden, die von der Sprache des Möbeldesigns, der Architektur und der Mode sowie von der sportlichen Geschichte der Marke inspiriert sind, die in den berühmten Stratos und Delta verkörpert wird.“
Die erste physische Umsetzung dieses Ansatzes ist kein neues Konzeptfahrzeug – eines davon werden wir aller Voraussicht nach irgendwann 2023 sehen. Stattdessen handelt es sich laut Napolitano um „eine Skulptur, ein dreidimensionales Manifest, das die Fahrzeuge inspiriert, die zwischen 2024 und 2028 auf den Markt kommen werden“. Ihr Name: Pu+Ra Zero.
Pu+Ra Zero
Dass Lancia diesem ersten Vorgeschmack auf das künftige Markendesign den Namen Pu+Ra Zero gegeben hat, ist durchaus symbolträchtig. Er erinnert an den Stratos Zero, der von Marcelo Gandini bei Bertone gestaltet wurde und bis heute zu den radikalsten Konzeptfahrzeugen überhaupt zählt sowie zahlreiche Designer inspiriert hat.
Die Skulptur nimmt kein bestimmtes Serienmodell vorweg, lässt aber bereits mehrere Gestaltungselemente erkennen, die bei kommenden Lancia-Modellen zum Einsatz kommen werden.
Neue Lancia-Front mit dem elektrischen „Kelch“-Kühlergrill
An der Front zeigt der Pu+Ra Zero das neue Lancia-Gesicht. Im Mittelpunkt steht die für das Elektrozeitalter neu interpretierte, markentypische „Kelch“-Kühlergrillform. Anstelle eines herkömmlichen Kühlergrills gibt es drei „Lichtstrahlen“, die den klassischen Konturen des Lancia-Kühlergrills folgen und den zukünftigen Modellen eine klar erkennbare Identität verleihen.
Kreisrunde Rückleuchten als Stratos-Zitat
Am Heck stechen die vollkommen runden Rückleuchten hervor. Sie erinnern an jene des Stratos und sollen laut Lancia bereits beim nächsten Ypsilon zu sehen sein.
Diese Elemente mit ihren ursprünglichen Formen stehen im Kontrast zu den fliessenden, sanften Linien, welche das zentrale Thema der Eleganz betonen und sich am Aurelia B20 sowie am Flaminia orientieren. Auffällig ist zudem das kreisförmige Dach – ob eine solche Lösung auch in einem Serienmodell auftaucht?
Neues Logo und neuer Schriftzug
Während der Pu+Ra Zero die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog, verdienen auch das neue Lancia-Logo und der neue Schriftzug Beachtung. Sie bereiten den Einstieg der Marke in die Elektromobilität vor: Ab 2028 werden alle Lancia elektrisch sein.
Das neue Emblem bildet einen zentralen Bestandteil der Corporate Identity der italienischen Marke. Besonders sichtbar wird sie auf den Online-Kanälen und bei den Händlern, die bis Anfang 2024 erneuert werden. Ab diesem Jahr wird Lancia ausserdem wieder in mehr europäische Märkte zurückkehren.
Lancia-Logo zwischen Tradition und „Progressive Classic“
Das neue Logo orientiert sich vor allem am Emblem von 1957, das mit dem Lancia Flaminia eingeführt wurde. Anders als bei vielen anderen Marken bleibt es nicht zweidimensional. Es besteht aus Aluminium und wird von Lancia selbst als Schmuckstück bezeichnet: „klassisch in der Ästhetik, in dem sich Elemente der Schlichtheit und grafischen Reinheit mit kostbaren Elementen bei Farben, Materialien und Oberflächenbehandlungen kreuzen“.
Die Bestandteile des historischen Logos – Kreis, Schild, Flagge, Lanze und Schriftzug – bleiben erhalten, werden jedoch im Sinne des Konzepts „Progressive Classic“ für die Zukunft neu ausgelegt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schriftzug. Dafür wurde eine eigene Schrift entwickelt, die an der Front kommender Modelle ebenso prägnant eingesetzt werden soll wie am Heck, wie der Pu+Ra Zero bereits zeigt.






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