Zwei ereignisreiche Jahre liegen bei Audi hinter uns: Die Marke hat ihre wichtigsten Baureihen erneuert und das rein elektrische Angebot ausgebaut. 2026 soll dieses Tempo keineswegs nachlassen. Neben neuen Generationen und bislang unbekannten Modellen üben vor allem die Buchstaben RS eine besondere Anziehungskraft aus: Für Audis Hochleistungsmodelle wird es ein starkes Jahr.
Gleich drei neue Audi-RS-Modelle stehen auf einmal bevor: eine neue Generation des RS 6 Avant, der Königin unter den Hochleistungs-Kombis, ein neuer RS 5 als Sportback und Avant sowie eine Sonderversion des RS 3, die zugleich dessen Abschied markiert.
Abschied vom RS 3 und dem Fünfzylinder
Dieser Abschied erhält zusätzlich symbolische Bedeutung, denn Audi verabschiedet sich damit auch vom legendären Reihenfünfzylinder, der die Geschichte der Marke in den vergangenen 50 Jahren entscheidend geprägt hat.
Der Audi RS 3 und sein Fünfzylinder erhalten zum Abschied die angemessene Inszenierung – mit einer Behandlung auf dem Niveau des RS 6 Avant GT. Spekuliert wird über mehr als 400 PS aus dem 2.5 TFSI, womit er die 421 PS des Rivalen Mercedes-AMG A 45 S übertreffen würde. Dazu sollen ein überarbeitetes Aerodynamikpaket und ein „geschärftes“ Fahrwerk kommen.
Einen offiziellen Marktstarttermin für den Audi RS 3 GT gibt es noch nicht, lange dürfte es aber nicht mehr dauern. Das Ende des Fünfzylinders ist eng mit der Einführung der Euro-7-Norm verknüpft, die am 28. November in Kraft tritt.
Erster elektrifizierter RS 6 Avant
Für Hochleistungs-Kombis ist der Audi RS 6 Avant das, was der Porsche 911 für Sportwagen darstellt: Referenz und Ikone zugleich. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die nächste Generation – zumal sie als erste in ihrer Geschichte elektrifiziert wird.
Wichtig ist die Unterscheidung: Sie wird elektrifiziert, nicht elektrisch. Ein Verbrennungsmotor bleibt also an Bord. Ein vollelektrischer RS 6 war allerdings sehr nahe daran, Realität zu werden, und wurde parallel entwickelt. Das Projekt wurde jedoch eingestellt; der Grund scheint einfach zu sein: Der Markt zeigt kein Interesse.
Hochleistung braucht, um Akzeptanz zu finden, einen Verbrennungsmotor – dixit Markt. Im kommenden RS 6 Avant wird daher ein Biturbo-V8 arbeiten, kombiniert mit einem Plug-in-Hybridantrieb, ähnlich wie beim Erzrivalen aus München, dem BMW M5 Touring.
Zu erwarten ist deutlich mehr Leistung als beim aktuellen Modell – über 700 PS –, allerdings auch erheblich mehr Gewicht. Schon die gegenwärtige reine Benzinversion bringt mehr als 2100 kg auf die Waage …
Der RS 6 bleibt nicht der einzige Plug-in-Hybrid mit RS-Emblem. Auch der Nachfolger von Audi RS 4 und RS 5 kommt 2026 als Plug-in-Hybrid. Der wesentliche Unterschied verbirgt sich unter der Motorhaube: Dort sitzt ein Biturbo-V6. Von einem radikalen Downsizing auf vier Zylinder, wie AMG es beim C 63 umgesetzt hat, ist keine Rede.
Nachfolger für den Q7 und ein noch größeres Modell
Audi wird 2026 nicht ausschließlich von Hochleistung geprägt sein. Nachdem die volumenstärksten Modellreihen erneuert wurden, ist nun endlich der Zeitpunkt gekommen, dem Q7 einen Nachfolger zu geben – nach 10 Jahren Lebenszeit war das auch nötig …
Die dritte Generation basiert auf derselben PPC-Plattform wie der A6 mit Verbrennungsmotor und dürfte den Großteil seiner Antriebe übernehmen. Sämtliche Motorisierungen sind elektrifiziert: Mildhybride und Plug-in-Hybride mit 2.0-Turbo. Alles deutet jedoch darauf hin, dass der Diesel erhalten bleibt.
Die Überraschung: Neben dem Q7 tritt ein völlig neuer Q9 an. Damit bekommt Audi endlich das Modell, das gefehlt hat, um Mercedes-Benz GLS und BMW X7 „auf Augenhöhe“ herauszufordern. Wie diese großen SUV setzt er auf Luxus, Raffinesse und ebenfalls auf Verbrennungsmotoren. Zwar verwendet er die Plattform des Q7, soll aber in allen Dimensionen größer ausfallen und V6- sowie V8-Motoren bieten – jeweils mit unterschiedlichen Stufen der Elektrifizierung.
Günstigeres Elektroauto – doch wie wird es heißen?
Nicht zuletzt wird Audi seine Elektroauto-Familie 2026 weiter ausbauen. Neu hinzukommt das Modell, das künftig den Einstieg in das elektrische Angebot der Marke bildet.
Eine Zeit lang gab es Spekulationen, Audi könne den A2 zurückbringen. Erlkönigbilder zeigen jedoch ein deutlich größeres Fahrzeug als einen typischen Vertreter des B-Segments mit etwa 4,1 m Länge. Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Marke, hat die Zweifel ausgeräumt: Das neue Elektroauto wird eine Klasse höher im C-Segment der Kompaktwagen positioniert, in dem auch A3 und Q3 angesiedelt sind. Mit 4,4 m Länge fällt es deshalb deutlich größer aus.
Wird es dennoch A2 heißen? Das ist nicht bekannt. Seine Formgebung lässt die Silhouette eher an einen Van als an ein SUV erinnern, dennoch halten sich Gerüchte um eine andere Bezeichnung: Q2 e-tron.
Unabhängig vom Namen räumt die endgültige Positionierung auch letzte Zweifel an der verwendeten Plattform aus. Es wird nicht die MEB+ des neuen Volkswagen ID. Polo sein, sondern die ursprüngliche MEB, die bereits zahlreiche Elektroautos des Volkswagen-Konzerns nutzen, darunter Audi Q4, Skoda Elroq und Volkswagen ID.3.
Technische Daten sind noch nicht bekannt. Mit den Akkus mit der größten Kapazität wird jedoch eine Reichweite von rund 600 km erwartet. Es wird das günstigste Elektroauto der Marke, billig wird es dennoch nicht: Der Preis dürfte nicht weit vom vergleichbaren Q4 e-tron entfernt liegen – in Portugal beginnen die Preise bei praktisch 50.000 Euro.
Mit der Einführung dieses neuen Elektroautos schließt sich zugleich ein Zyklus. Nach einer intensiven, vor etwa zwei Jahren gestarteten Modelloffensive bereitet Audi bereits die nächste vor, die der auf dem Salon München 2025 enthüllte Concept C vorwegnimmt.






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