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Porsche 911 GT3 RS: Neue Advan GT-Felgen nach teurem Stillstand

Lila Porsche GT3 RS mit goldenen Felgen und großem Heckspoiler auf einer Straße in einer Wohngegend.

Der renommierte Fotograf Mark Riccioni arbeitet seit sehr, sehr vielen Jahren mit TG zusammen. Wenn er nicht fotografiert, kauft er unvernünftige Autos. Hier teilt er seine Sucht mit der Welt.

Eine Top-Gear-Garage-Meldung mit Beschwerden über die Kosten eines sehr teuren Autos zu eröffnen, verlangt eigentlich nach einer winzigen Geige im Hintergrund. Umso mehr, wenn die Probleme weder überraschend sind noch jemand anderer als ich selbst dafür verantwortlich ist.

Vor rund vier Jahren wechselte ich von einem 991 GT3 auf einen 991 GT3 RS. Danach prahlte ich damit, dessen gesamten Kilometerstand innerhalb weniger Monate Besitzzeit verdoppelt zu haben. Ich erzählte den üblichen Unsinn darüber, dass Autos gefahren werden sollten, und fragte mich, weshalb jemand Kilometer von einem Wagen fernhält, damit erst der nächste Besitzer Freude daran hat.

Seit 2024 bin ich allerdings kaum auf durchschnittlich 1.000 Meilen pro Jahr gekommen. Natürlich gäbe es eine ganze Liste an Ausreden, denen ich die Schuld zuschieben könnte, doch im Kern habe ich es einfach nicht geschafft, Gelegenheiten zu schaffen, ihn tatsächlich zu fahren. Da inzwischen auch zwei kleine Kinder zu unserer Familie gehören, ist ein zweisitziger Sportwagen mit Überrollkäfig zudem nicht gerade alltagstauglich. Die bittere Ironie daran, einen GT3 RS nicht zu nutzen: Er hat mich trotzdem genauso viel Geld gekostet, als wäre ich mit ihm unterwegs gewesen.

Porsche 911 GT3 RS: Stillstand wird teuer

Als ich mit dem Gedanken spielte, für unseren jüngsten Test zum besten 911 aller Zeiten nach Deutschland zu fahren, stellte ich fest, dass beide Hinterreifen nicht mehr zu gebrauchen waren. Und zwar nicht wegen zu geringer Profiltiefe: Weil das Auto immer wieder lange abgestellt war, hatten die Reifen Risse und Verfärbungen bekommen. Der rechte Hinterreifen verlor inzwischen alle paar Wochen 1 bis 2 psi, also etwa 0,07 bis 0,14 bar.

Den Höhepunkt bildet jedoch die Meldung für den „Zwischenservice“, die vergangene Woche aufleuchtete. Fällig wäre er nach der Laufleistung eigentlich erst in weiteren 8.000 Meilen, doch weil das Intervall ebenso zeit- wie kilometerabhängig ausgelöst wird, empfiehlt Porsche die Durchführung trotzdem – zu Kosten von £1,916.30. Damit hat mich jeder seit dem letzten Service gefahrene Kilometer beinahe ein Pfund gekostet.

Damit zur winzigen Geige nicht auch noch ein Miniaturorchester einsetzt, habe ich beschlossen, das Negative auf die einzige mir bekannte Art ins Positive zu drehen: durch vollkommen unnötige Umbauten, die selbstverständlich weitere Kosten und Umstände verursachen.

Advan GT-Felgen und Michelin Cup 2 für den GT3 RS

Seht her: ein Satz auffälliger Advan-GT-Felgen in JDM-Spezifikation, der tatsächlich schon im September 2025 geliefert wurde. Der Mark Riccioni von vor vielen Jahren hätte Reifenhändler sofort wegen gebrauchter Reifen für £25 bedrängt, sobald ein neuer Felgensatz eingetroffen wäre – so ungeduldig war ich. Glücklicherweise bin ich heute ein klein wenig erwachsener. Nicht viel, aber genug, um zu wissen, dass gebrauchte Ling Corp Ditchfinder 3000 auf einem GT3 RS kaum das waren, was Porsche vorgesehen hatte.

Die Auswahl der passenden Ersatzreifen führte mich dennoch durch unzählige Porsche-Foren und Gruppen für 911-Besitzer. Danach wollte ich mich eigentlich sofort vollständig von der Porsche-Besitzerschaft verabschieden. Da die Advan GT allerdings die serienmässigen Dimensionen von 20x9.5in und 21x12.5in haben, erschien es völlig naheliegend, auch bei den serienmässigen Reifendimensionen zu bleiben. Vor allem, weil damit das Risiko entfällt, die Radhäuser zu beschädigen und ein ohnehin teures Upgrade noch kostspieliger zu machen.

Ausnahmsweise war die vernünftige Wahl zugleich die beste: ein fabrikneuer Satz Michelin Cup 2 in 265/35/20 vorne und 325/30/21 hinten. Dabei handelt es sich allerdings um die aktuelle N2-Mischung, welche die früheren N0- und N1-Mischungen ersetzt; Letztere waren zuvor auf dem RS montiert. Noch unkomplizierter machte es das Team von Protyre.co.uk: Dort sind Cup 2 in den RS-Grössen nicht nur lagernd, sondern es stehen auch die nötigen Maschinen für die Montage vor Ort bereit. Die enorme Grösse der RS-Räder kann zusammen mit den flach bauenden, XL-klassifizierten Reifenflanken problematisch sein, weil kaum Platz und Spielraum vorhanden sind – insbesondere, wenn auch die Reifendrucksensoren berücksichtigt werden müssen.

Montage auf der Einfahrt

Im Nachhinein hätte ich Protyre vermutlich auch gleich mit der Montage beauftragen sollen. Aus irgendeinem absurden Grund hielt ich es jedoch für unterhaltsamer, die Räder anschliessend allein auf meiner Einfahrt zu montieren. Erschwert wurde das durch die erforderliche Drehmomentwelle, die 600 Nm schafft. Und nachdem ich eine solche aufgetrieben hatte, stellte sich heraus, dass ich ausserdem eine zweite Person brauchte, die beim Lösen und Anziehen der Radmuttern auf die Bremse tritt: Die benötigte Kraft dreht die Vorderräder nämlich selbst dann mit, wenn das Auto nicht angehoben ist.

Doch nach beinahe acht Monaten voller Ausreden sind sie endlich montiert und sehen zugleich sehr würdevoll und ausgesprochen auffällig aus. Leider kann ich den Wagen noch nicht fahren, denn ich muss warten, bis meine Frau von der Arbeit zurück ist, damit die Räder abschliessend mit dem korrekten Drehmoment angezogen werden können. Mist.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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