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IATA, Airbus und Accenture: Unternehmenseinkäufe könnten SAF bis 2030 finanzieren

Geschäftsfrau mit Laptop und Diagramm am Flughafen, Flugzeug im Hintergrund, zwei Personen im Gespräch nahe Fenster.
In diesem Artikel
  1. Unternehmensbeschaffung könnte nachhaltigen Flugkraftstoff SAF bis 2030 vorantreiben
  2. Book-and-Claim-Systeme für SAF-Zertifikate
  3. Nachfrage, Preise und Beschaffung im Unternehmensmarkt

Unternehmensbeschaffung könnte nachhaltigen Flugkraftstoff SAF bis 2030 vorantreiben

Eine von der International Air Transport Association (IATA), Airbus und Accenture veröffentlichte Studie zeigt, dass Unternehmenseinkäufe bis 2030 zwischen 1,0 und 1,9 Millionen Tonnen nachhaltigen Flugkraftstoffs (SAF) finanzieren könnten.

Gegenüber den für 2024 erwarteten 323.000 Tonnen wäre dies ein deutlicher Anstieg und unterstreicht das beträchtliche Wachstumspotenzial dieses Bereichs. Damit dieses Szenario eintritt, müssen allerdings Hürden wie unklare Bilanzierungsregeln, hohe Preise und komplexe Beschaffungsprozesse überwunden werden.

SAF gilt als entscheidendes Instrument zur Senkung der Emissionen in der Luftfahrt, da er die Umweltbelastung gegenüber herkömmlichem Kerosin erheblich verringern kann.

Für 2026 wird die weltweite Produktion dennoch voraussichtlich nicht über 2,4 Millionen Tonnen liegen. Das entspricht lediglich 0,8 % des gesamten Flugkraftstoffverbrauchs; zudem kostet SAF zwei- bis dreimal so viel wie konventioneller Treibstoff.

Book-and-Claim-Systeme für SAF-Zertifikate

Wenn Unternehmen die Emissionsminderungen aus Geschäftsreisen und Frachttransporten – die sogenannten Scope-3-Emissionen – durch den Kauf von Umweltzertifikaten für SAF anrechnen können, könnte dies die Treibstoffkosten verteilen und weitere Beteiligte entlang der Wertschöpfungskette gewinnen.

Fachleute betonen, dass dafür ein vertrauenswürdiges Book-and-Claim-System notwendig ist. Es muss Käufern ermöglichen, die Umweltvorteile von SAF geltend zu machen, auch wenn sie nicht unmittelbar mit der physischen Lieferung des Kraftstoffs verbunden sind.

Marie Owens Thomsen, Senior Vice President Sustainability und Chefökonomin der IATA, erklärt: „SAF ist das wichtigste Instrument zur Dekarbonisierung der Luftfahrt, doch die Fluggesellschaften können den Ausbau des Angebots nicht allein finanzieren. Das Engagement von Unternehmen ist entscheidend: Sie können zum Übergang der Branche beitragen und zugleich Anerkennung für die Senkung der Emissionen in ihren Betriebsabläufen erhalten.“ Voraussetzung sei jedoch das Vertrauen, dass Investitionen transparent und glaubwürdig verbucht würden.

Julien Manhes, Vice President Sustainable Aviation Fuel and CO2 Removal Development bei Airbus, unterstreicht ebenfalls: „Die Nachfrage von Unternehmen ist ein ungenutzter Wachstumstreiber für SAF.“

Nach Einschätzung von Manhes können klar definierte Regeln und effiziente Beschaffungsmechanismen das potenzielle Interesse von Unternehmen in konkrete Verpflichtungen überführen. Das würde Hersteller dazu anregen, ihre Produktion auszuweiten und die Kosten zu senken.

Nachfrage, Preise und Beschaffung im Unternehmensmarkt

Der Studie zufolge kaufen derzeit nur rund 15 % der befragten Unternehmen SAF. Die Mehrheit wartet auf erschwinglichere Preise, stabilere Bilanzierungsvorgaben und einen weniger bürokratischen Beschaffungsablauf.

Jesko Neuenburg, globaler Leiter für Nachhaltigkeit in Aviation and Travel bei Accenture, weist darauf hin, dass Fluggesellschaften, die bereits Modelle zur Weitergabe der SAF-Kosten anbieten, besonders gut aufgestellt sein werden, um das erwartete Marktwachstum im kommenden Jahrzehnt zu begleiten.

Umweltzertifikate im Zusammenhang mit SAF kosten zwischen 150 US-Dollar und 500 US-Dollar je vermiedener Tonne CO2-Äquivalent. Unternehmen signalisieren hingegen eine Zahlungsbereitschaft von rund 300 US-Dollar.

Auf Fluggesellschaften entfallen 53 % der Unternehmenskäufe dieser Zertifikate. Damit bilden sie die wichtigste Verbindung zwischen nachhaltigem Flugkraftstoff und Unternehmen, die die Emissionen aus Reisen und Frachttransporten ausgleichen möchten.

Um die Beteiligung des Privatsektors zu erhöhen, nennt die Studie drei Prioritäten: klare Bilanzierungsregeln, transparente und interoperable Nachverfolgungssysteme zur Vermeidung von Doppelzählungen sowie einfachere Beschaffungsmechanismen. Dazu zählen geringere Mindestmengen, kürzere Vertragslaufzeiten und mehr Preistransparenz.

Trotz des Potenzials des Unternehmensmarkts bleiben staatliche Massnahmen, Anreize und der Ausbau der Produktionskapazitäten nach Ansicht von Fachleuten unerlässlich, um SAF breit einzusetzen. Eine zugänglichere und verlässlichere Beteiligung von Unternehmen gilt als entscheidender Schritt, um die Dekarbonisierung der Luftfahrt zu beschleunigen.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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