Die Technik stammt vom CLA, doch der Mercedes-Benz GLB 2026 bietet mehr Raum und behält ein im Segment einzigartiges Argument: Platz für bis zu sieben Personen.
Mercedes-Benz schickt gleich zwei Modelle in Pension: den GLB mit Verbrennungsmotor und den elektrischen EQB. Künftig übernimmt ein einziges Modell diese Rolle: Es trägt weiterhin den Namen GLB, kommt elektrisch auf den Markt, wird später aber auch mit Verbrennungsmotoren angeboten.
Technisch basiert er auf dem CLA und nutzt damit die MMA-Plattform, die 800-Volt-Architektur sowie dieselben Antriebe – elektrisch und mit Verbrennungsmotor. Es handelt sich um das dritte Modell, das für diese Plattform vorgesehen ist. Als Nächstes folgt gegen Ende des Jahres der Nachfolger des GLA.
Großfamilien willkommen im Mercedes-Benz GLB 2026
Der SUV richtet sich weiterhin an Großfamilien – eine vor allem in Europa zunehmend seltene Spezies – und bleibt mit einer Siebensitzer-Variante erhältlich. Gegenüber dem Vorgänger hat er sich zudem verbessert. Der Mercedes-Benz GLB 2026 ist größer geworden, wobei vor allem der um 6 cm längere Radstand entscheidend ist: Er schafft unmittelbar mehr Beinfreiheit in der zweiten und dritten Sitzreihe.
Auch wenn das gefahrene Modell ein Fünfsitzer war, konnte ich die dreireihige Ausführung ausprobieren: Die letzte Reihe bietet Personen bis 1,75 m Körpergröße Platz, und auch das Ein- und Aussteigen lässt sich vergleichsweise unkompliziert bewältigen. Eine bemerkenswerte Leistung für ein Auto mit weniger als fünf Metern Länge.
Die Sicht nach hinten fällt sehr gut aus; Rückfahr- und Frontkamera erleichtern das Rangieren zusätzlich. In der zweiten Reihe überzeugen die höher montierten Sitze gegenüber den Vordersitzen – mit Amphitheater-Effekt –, die sich geteilt und asymmetrisch längs verschieben lassen. Auch die Neigung der Rückenlehnen ist einstellbar.
Der vollständig ebene Boden in der zweiten Sitzreihe erhöht den Komfort ebenfalls. Selbst Passagiere mit 1,90 m Körpergröße können hier ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit reisen.
Das Kofferraumvolumen ist je nach Einstellung der Sitze in der zweiten Reihe um 15 bis 45 Liter gewachsen. Der Stauraum unter der Fronthaube bleibt hingegen bei 127 Litern.
Bekanntes Interieur
Am Steuer begegnet man dem bereits im CLA eingeführten Armaturenbrett wieder. Es vereint bis zu drei Bildschirme unter einer gemeinsamen Glasfläche, die Mercedes-Benz MBUX Superscreen nennt.
Damit Nutzer aus dieser Hardware möglichst viel herausholen können, bietet das Betriebssystem MB.OS zusätzliche Funktionen, eine effizientere und intuitivere Navigation mit Google Maps sowie einen virtuellen Assistenten. Dieser soll eine flüssigere und natürlichere Sprachinteraktion mit dem Fahrzeug ermöglichen.
Die wahrgenommene Materialqualität ist lediglich akzeptabel. Im oberen Bereich des Armaturenbretts befindet sich eine strukturell harte Fläche, die mit einer dünnen weichen Schicht überzogen ist. Weiche Verkleidungen finden sich in den Türtaschen und im Handschuhfach, dazu kommen gut ausgeführte Details rund um die obere Beleuchtungszone und einige Holzeinsätze, die optisch wie haptisch gefallen. An den mittleren und hinteren Säulen sowie in den hinteren Türtaschen fehlen weiche Oberflächen jedoch.
Dieselben Motoren wie im CLA
Die ersten Exemplare des neuen Mercedes-Benz GLB kommen im Juni nach Europa und werden, wie zuvor beim CLA, zunächst ausschließlich elektrisch angetrieben. Das Angebot startet mit zwei Versionen mit „EQ Technology“: dem 250+ mit Hinterradantrieb und dem 350 4MATIC mit Allradantrieb.
Der GLB 250+ bildet mit 200 kW (272 PS) den Einstieg in die Baureihe. Mit seiner 85-kWh-Batterie auf NMC-Lithium-Ionen-Basis soll er bis zu 631 km nach WLTP schaffen. Von 0 auf 100 km/h geht es in 7,4 s, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h.
Der GLB 350 4MATIC steigert die Leistung auf 260 kW (354 PS). Ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse mit 80 kW (109 PS) wird hier nur bei Bedarf zugeschaltet und innerhalb von lediglich 0,2 s wieder getrennt. Das ermöglicht den Sprint auf 100 km/h in nur 5,5 s, während die Reichweite mit derselben Batterie leicht auf 614 km sinkt.
Beide Varianten verfügen über ein elektrisches System mit 800 V Nennspannung. Damit sind Gleichstrom-Schnellladungen (DC) mit bis zu 320 kW möglich, sodass in 10 Minuten 260 km Reichweite nachgeladen werden können. Optional lässt sich der GLB auch an 400-V-Ladestationen laden. Beim Wechselstromladen (AC) arbeitet der 22-kW-Onboard-Lader bidirektional, womit der GLB externe Geräte mit Strom versorgen kann.
Um die Effizienz zu erhöhen, besitzt der Elektroantrieb ein Zweiganggetriebe. Der zweite Gang wird normalerweise ab 110 km/h eingelegt und soll den Verbrauch auf der Autobahn senken. Vier Rekuperationsstufen stehen zur Wahl, darunter One-Pedal-Drive, das den GLB vollständig zum Stillstand bringen kann.
Noch im Laufe dieses Jahres werden weitere Varianten erwartet. Dazu zählt der günstigere elektrische GLB 200 mit 165 kW (224 PS), einer 58-kWh-Batterie auf LFP-Basis und 431 km Reichweite. Außerdem kommen 48-V-Mildhybrid-Versionen hinzu. Sie verwenden dieselbe Technik wie der CLA: einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner in Verbindung mit einem Achtgang-Doppelkupplungsautomatikgetriebe.
Im Zickzack durch Mallorca
Die Testfahrt mit dem GLB 250+ führte auf Mallorca über kurvenreiche Bergstraßen, städtische Abschnitte und einige Schnellstraßen. Der erste positive Eindruck betrifft die Lenkung: Sie reagiert direkt, benötigt 2,6 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag und vermittelt spürbar Rückmeldung. In den Fahrprogrammen Eco und Comfort wirkt sie allerdings zu leichtgängig. In allen Modi wäre eine etwas höhere Lenkkraft wünschenswert.
Die Bremsen bestätigen den großen Fortschritt, den die Elektroautos von Mercedes-Benz seit der Einführung der „One-Box“-Konstruktion gemacht haben. Ihr Ansprechverhalten ist wesentlich unmittelbarer und gleichmäßiger als jenes, das von EQS und EQE bekannt war.
Die Rekuperationsstufen sind wiederum klar abgestuft – von null bis One-Pedal-Drive. Das macht das Fahren in der Stadt ruhiger und entspannter, unterstützt aber auch eine sportlichere Fahrweise, weil das Einlenken in Kurven effizienter gelingt.
Auch die Federung des Mercedes-Benz GLB 2026 verdient Lob, denn sie sorgt auf schlechtem Asphalt für hohen Komfort. In manchen Situationen wird allerdings deutlich, dass es sich um ein hohes Auto handelt: In Kurven neigt sich die Karosserie etwas, auf welligem Asphalt kommt es zu leichtem Aufschaukeln. Übertrieben ist das nicht, doch mit weniger sportlichen Reifen könnte der Effekt stärker ausfallen. Unser GLB war vorne mit Reifen der Dimension 255/40 und hinten mit 235/45 ausgestattet, jeweils auf 20-Zoll-Felgen.
Der elektrische Hinterradantrieb trägt dazu bei, dass in engeren Kurven bei höherem Tempo keine Traktionsverluste an der Vorderachse auftreten.
Die Fahrleistungen liegen auf einem sehr guten Niveau. Besonders die unmittelbare Beschleunigung beim Zwischensprint hilft enorm beim Überholen. Im Sport-Modus ist dieser Effekt am stärksten, während im Eco-Modus nur bis zu 70 % der Gesamtleistung bereitstehen – außer der rechte Fuß des Fahrers überwindet den „Druckpunkt“ im Gaspedalweg.
Die Strecke begünstigte den Verbrauch nicht
Für niedrige Verbrauchswerte war diese Route mit kurvigen Bergstraßen, die zu sportlicher Fahrweise einladen, nicht gerade ideal.
Das bestätigte sich am Ende der 70 km langen Fahrt: Der Bordcomputer zeigte durchschnittlich 22,5 kWh/100 km an und damit deutlich mehr als die homologierten 18,3. Doch selbst auf alltäglicheren Strecken bei ruhigerem Tempo dürfte die reale Reichweite bei diesem ersten Kontakt eher zwischen 500 und 550 km liegen als bei den versprochenen 631 km.
Dem Mercedes-Benz GLB 2026 fehlt letztlich eben die Fähigkeit des niedrigen und schlanken CLA, besonders effizient „durch die Luft zu schneiden“ …
Die Preise des Mercedes-Benz GLB 2026
Die ersten Mercedes-Benz GLB 2026 kommen im Juni auf die Straße. Der Preis für den 250+ beginnt bei 58.200 Euro, also rund 2.000 Euro über dem CLA.
Für die übrigen Versionen liegen bereits Preise vor:






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