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Audi Q5 2.0 TDI quattro im Test: Verantwortung als Bestseller

Weißer Audi Q5 TDI SUV steht frontal in einem Ausstellungsraum mit grauem Boden und Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Bis zu drei hochmoderne Bildschirme
  2. Viel Platz für alles, aber …
  3. Unterwegs mit dem „alten“ TDI
  4. Ausgewogen unterwegs
  5. Über dem gewünschten Niveau
  6. Urteil
  7. Technische Daten

Im neuen Audi Q5 ist die Last der Verantwortung spürbar. Schliesslich handelt es sich um den weltweit meistverkauften Audi.


Nach dem jüngst eingeführten A5 ist der Audi Q5 der dritten Generation das zweite Modell der deutschen Marke auf der neuen PPC-Plattform (Premium Platform Combustion). Sie ist mit der neuesten Elektronikarchitektur der Marke mit den vier Ringen verknüpft und wird stets mit einer Form der Elektrifizierung kombiniert: als Mild-Hybrid und später auch als Plug-in-Hybrid.

Angesichts der aktuellen Nachfragesituation hat Audi mit der Verlängerung der Laufzeit seiner Verbrennermodelle die richtige Entscheidung getroffen. Das gilt besonders für den SUV Q5, der sich seit seiner Einführung im Jahr 2009 zum Verkaufsschlager entwickelt hat.

Von der ersten Generation wurden insgesamt 1,6 Millionen Fahrzeuge zugelassen, von der zweiten, die 2017 auf den Markt kam, rund 1,1 Millionen. Diese war zudem die erste Generation mit der Sportback-Karosserie samt coupéhaft abfallender Dachlinie.

Die neue Generation legt in der Länge um 35 mm auf 4717 mm zu, während sich die übrigen Abmessungen um höchstens einen Zentimeter verändern. Deutlich stärker überarbeitet wurde das Design: Die Front wirkt markanter, die Gesamtform organischer und orientiert sich damit am neuen A5.

Bis zu drei hochmoderne Bildschirme

Im Innenraum des neuen Audi Q5 fallen die Änderungen noch klarer aus: Die Bildschirme werden grösser und ihre Zahl kann auf drei steigen.

Sämtliche Displays nutzen OLED-Technik. Das digitale Kombiinstrument misst 11,9 Zoll, der gebogene zentrale Infotainment-Bildschirm 14,5 Zoll. Optional ist vor dem Beifahrersitz ein drittes Display mit 10,9 Zoll erhältlich.

Materialauswahl und Verarbeitung des neuen Q5 entsprechen weiterhin dem hohen Audi-Niveau. Weiche Oberflächen am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen unterstreichen diesen Anspruch. Weniger überzeugend ist die grosszügige Klavierlackfläche auf der Mittelkonsole, auf der Fingerabdrücke rasch sichtbar werden.

Die individuell einstellbare, anspruchsvolle Ambientebeleuchtung sowie das verbesserte Head-up-Display steigern den Komfort an Bord. Letzteres bietet mehr Informationsinhalte und eine um 85 % grössere Projektionsfläche.

Viel Platz für alles, aber …

Auf der Rückbank finden zwei Erwachsene bis 1,90 m Körpergrösse reichlich Platz. Bei einer Körpergrösse von 1,80 m bleiben vier Fingerbreiten Kopffreiheit und acht Fingerbreiten Knieraum.

Ein dritter Mitfahrer in der Mitte muss mit dem massiven Mitteltunnel „leben“: Er ist hoch und breit, dadurch störend, während der mittlere Sitz zudem schmaler und härter ausfällt. Im Audi Q5 Sportback ist die Kopffreiheit etwas geringer, der Unterschied beträgt jedoch nur wenig mehr als eine Fingerbreite.

Direkte Luftauslässe mit digitaler Temperaturregelung sind vorhanden, ebenso eine Sitzheizung für die äusseren Rücksitze. Da die zweite Sitzreihe höher als die Vordersitze positioniert ist, entsteht ein amphitheaterähnlicher Effekt, den Passagiere im Fond besonders schätzen.

Das Kofferraumvolumen beträgt beim Audi Q5 SUV 520 l, beim Sportback 515 l. Damit liegt er auf dem Niveau der Vorgängergeneration, doch die langjährigen Rivalen bieten mehr: Der BMW X3 fasst 570 Liter, der Mercedes-Benz GLC sogar 600 Liter.

Punkte sammelt der Q5 hingegen mit seiner niedrigeren Ladekante im Vergleich zum Vorgänger, was das Ein- und Ausladen schwerer Gegenstände erleichtert. Mit Luftfederung lässt sich die Ladekante über einen Schalter im Kofferraum zusätzlich um 50 mm absenken.

Ausserdem kann die Gepäckraumabdeckung nun unter dem Ladeboden verstaut werden. Dort befindet sich auch ein Fach für kleinere Gegenstände, wobei die Batterie des Mild-Hybrid-Systems den grössten Teil dieses Bereichs beansprucht.

Unterwegs mit dem „alten“ TDI

Für diesen ersten Fahreindruck mit dem Audi Q5 fiel die Wahl auf den Dieselantrieb, da er in Österreich voraussichtlich die höchste Nachfrage erzielen wird.

Den ersten starken Eindruck hinterlässt jedoch die serienmässig progressive Lenkung. Trotz ihrer vergleichsweise leichtgängigen Auslegung arbeitet sie sehr präzise und direkt; zwischen den Anschlägen benötigt das Lenkrad nur 2,2 Umdrehungen.

Der 2.0 TDI mit 204 PS reagiert ab 1750 U/min spürbar energischer. Dann liegt das volle Drehmoment von 400 Nm an, das bis über 3000 U/min verfügbar bleibt. Ab 4000 U/min lässt die Durchzugskraft zunehmend nach.

Ungeachtet dessen sind die Fahrleistungen überzeugend, sowohl beim Zwischenspurt – unterstützt durch das hohe Drehmoment, die Kickdown-Funktion des Getriebes und das Zusatzdrehmoment des kleinen Elektromotors – als auch bei der Beschleunigung. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h werden 7,4 s angegeben, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 226 km/h.

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe passt seine Reaktion dem gewählten Fahrmodus an, anders als die Kennlinie des Gaspedals. Wer selbst schalten möchte, findet am Lenkrad zudem zwei Schaltwippen für „manuelle“ Gangwechsel.

Ausgewogen unterwegs

Der Kompromiss zwischen Komfort und Fahrstabilität gibt keinen Anlass zur Kritik, insbesondere in dieser Ausführung mit Luftfederung. Auf schlechtem Untergrund bleibt der Q5 komfortabel, gleichzeitig ausreichend stabil für die Fahrweise, für die ein Diesel-SUV ausgelegt ist. Dazu tragen auch die 20-Zoll-Räder bei.

An allen vier Rädern arbeiten innenbelüftete Bremsscheiben, die stets unmittelbar und gleichmässig ansprechen.

Nach der 107 Kilometer langen Strecke verzeichnete der Audi Q5 SUV 2.0 TDI quattro einen Durchschnittsverbrauch von 8,8 l/100 km. Das sind fast drei Liter mehr als der offiziell homologierte Mittelwert. Teilweise erklärt sich dieser Wert jedoch durch das höhere Tempo, das bei einer dynamischen Testfahrt üblich ist.

Über dem gewünschten Niveau

Zum Verkaufsstart des Audi Q5 stehen drei Motorisierungen bereit: der 2.0 TFSI mit 204 PS und 340 Nm Drehmoment, wahlweise mit Frontantrieb oder quattro Allradantrieb, der 2.0 TDI mit 204 PS und 400 Nm, ausschliesslich als quattro erhältlich, sowie der vorläufige Spitzenreiter SQ5. Dieser verfügt über einen 3,0-Liter-V6 mit 367 PS und 550 Nm.

In einigen Monaten wird die Palette um zwei Plug-in-Hybrid-Versionen erweitert. Sie erhalten eine Batterie mit 25,7 kWh und eine elektrische Reichweite von annähernd 100 km.

Preislich startet der neue Audi Q5 2.0 TDI quattro bei 75 677 Euro. Für den Sportback mit seiner sportlicheren Optik steigt der Einstiegspreis auf 79 683 Euro.

Das ist ein hoher Betrag, bewegt sich aber auf dem Niveau seiner wichtigsten Konkurrenten BMW X3 und Mercedes-Benz GLC. Wie bei solchen Angeboten üblich, dürfte die umfangreiche Optionsliste den Preis auf noch weniger vernünftige Höhen treiben.

Urteil

Technische Daten

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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