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Nissan Next: Der Plan für die Rückkehr zur Profitabilität

Silberner Nissan Elektro-Sportwagen mit LED-Scheinwerfern steht in modernem, hellem Raum mit Glasfront.
In diesem Artikel
  1. Nissan Next
  2. Straffung der Nissan-Produktion
  3. Prioritäten
  4. Weniger Nissan in Europa

Nissan Next heißt der mittelfristige Plan bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023, mit dem der japanische Hersteller bei erfolgreicher Umsetzung wieder profitabel und finanziell stabil werden will. Damit liegt endlich ein Maßnahmenpaket vor, das Nissan aus der seit Jahren bestehenden Krise führen soll.

Die vergangenen Jahre waren alles andere als einfach. Die Festnahme des früheren CEO Carlos Ghosn im Jahr 2018 verschärfte eine Krise mit zahlreichen ausschließlich negativen Folgen. Sie reichten von einem Führungsvakuum bis zur Erschütterung der Fundamente der Allianz mit Renault. Hinzu kam in diesem Jahr eine Pandemie, die nicht nur Nissan, sondern die gesamte Automobilindustrie enorm unter Druck setzte – eine scheinbar perfekte Sturmlage.

Unter der Führung von Makoto Uchida, dem heutigen CEO von Nissan, werden nun die ersten Schritte gesetzt. Die heute vorgestellten Maßnahmen des Nissan-Next-Plans sollen den Weg zu Nachhaltigkeit und Profitabilität ebnen.

Nissan Next

Der Nissan-Next-Plan umfasst zahlreiche Schritte, um Fixkosten und unrentable Aktivitäten zu senken sowie die Produktionskapazitäten zu straffen. Gleichzeitig verfolgt die Marke das ehrgeizige Ziel, ihr Modellportfolio zu erneuern und das Durchschnittsalter der Baureihen in mehreren Schlüsselmärkten auf unter vier Jahre zu reduzieren.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023 strebt Nissan eine operative Gewinnmarge von 5 % sowie einen nachhaltigen weltweiten Marktanteil von 6 % an.

Straffung der Nissan-Produktion

Bevor die Ziele des Nissan-Next-Plans erreicht werden können, stehen mehrere Rationalisierungsmaßnahmen an, die den Hersteller verkleinern werden. Dazu zählt die Schließung von zwei Werken – eines in Indonesien und eines in Europa. Die Stilllegung des Werks in Barcelona, Spanien, ist damit bestätigt.

Nissan will seine Jahresproduktion auf 5,4 Millionen Fahrzeuge reduzieren. Das sind 20 % weniger als 2018 produziert wurden und entspricht besser der Marktnachfrage. Zugleich soll die Auslastung der Werke 80 % erreichen – ab diesem Punkt wird der Betrieb rentabel.

Nicht nur die Produktionszahlen werden sinken, sondern auch die Zahl der Modelle. Von den derzeit weltweit 69 angebotenen Nissan-Modellen sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023 noch 55 übrig bleiben.

Mit diesen Schritten will der japanische Hersteller seine Fixkosten um 300 Milliarden Yen senken, umgerechnet etwas mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Prioritäten

Wie bereits berichtet, zählt die Konzentration auf Schlüsselmärkte – Japan, China und Nordamerika – zu den Entscheidungen im Rahmen von Nissan Next. In anderen Regionen wird die Präsenz hingegen umstrukturiert und/oder reduziert. Dabei sollen die Synergien mit den übrigen Partnern der Allianz bestmöglich genutzt werden, wie dies in Europa vorgesehen ist. Einen Sonderfall stellt Südkorea dar, wo Nissan seine Tätigkeit vollständig einstellen wird.

Neben dem Rückzug aus Südkorea wird auch die Marke Datsun eingestellt. Sie wurde 2013 als günstige Marke, vor allem für Russland, wiederbelebt und verschwindet nach etwas mehr als einem halben Dutzend Jahren tatsächlicher Geschäftstätigkeit erneut.

Auch die Erneuerung des Portfolios hat hohe Priorität: In den kommenden 18 Monaten werden 12 neue Modelle eingeführt, von denen die große Mehrheit in irgendeiner Form elektrifiziert sein wird. Neben rein elektrischen Fahrzeugen wird die e-Power-Hybridtechnologie auf weitere Modelle ausgeweitet, etwa auf den B-SUV Kicks, der nicht in Europa angeboten wird. Nissan will bis zum Abschluss des Nissan-Next-Plans jährlich eine Million elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen.

Nissan wird darüber hinaus weiterhin stark in die ProPilot-Fahrassistenzsysteme investieren. Die Technologie soll in 20 weiteren Modellen und in 20 Märkten verfügbar sein. Das Ziel lautet, jährlich 1,5 Millionen Fahrzeuge mit dieser Technik abzusetzen.

Weniger Nissan in Europa

Was bedeutet das nun für Europa? Der Fokus wird klar auf Crossover und SUVs liegen, also auf Fahrzeugtypen, mit denen Nissan große Erfolge erzielt hat.

Neben dem Juke und dem Qashqai, der im kommenden Jahr eine neue Generation erhält, kommt ein rein elektrischer SUV hinzu. Das neue Modell trägt bereits den Namen Ariya, wird 2021 eingeführt und schon im Juli präsentiert.

Durch die Konzentration auf Crossover/SUVs werden Modelle wie der Nissan Micra aus den Katalogen der Marke verschwinden. Offen bleibt auch, ob der „erwischte“ – auf Video festgehaltene – Nachfolger des Nissan 370Z nach Europa kommen wird.

Den angekündigten Plänen zufolge werden in Europa drei rein elektrische Modelle, zwei e-Power-Hybridmodelle und ein Plug-in-Hybrid eingeführt. Dabei handelt es sich nicht zwingend um eigenständige Modelle, sondern möglicherweise um unterschiedliche Varianten eines Modells. Die Elektrifizierung bleibt für Nissan ein zentrales Thema: Der Hersteller erwartet, dass elektrifizierte Modelle 50 % seiner gesamten Verkäufe in Europa ausmachen werden.


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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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