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Mercedes-Benz E 300 de All-Terrain im Test: Kann fast alles

Grüner Mercedes-Benz Kombi All-Terrain im Autohaus mit großen Fenstern und Bergblick im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Unverwechselbare Optik
  2. Kleinerer Kofferraum
  3. Technologie im Mercedes-Benz All-Terrain
  4. Asphalt und mehr
  5. Kompetenter Hybrid
  6. Die Rechnung, bitte …
  7. Urteil
  8. Technische Daten

Es fällt schwer, zum Mercedes-Benz All-Terrain Nein zu sagen … Er kann (beinahe) alles sehr gut.


Mercedes-Benz blickt auf eine lange Kombi-Tradition zurück. Im Heimatland werden diese Modelle meist T-Modelle oder Kombi genannt, auf dem hiesigen Markt Station.

Nach diesem Test würde ich allerdings all diese Bezeichnungen vergessen und einfach von All-Terrain sprechen. Zwar handelt es sich nur um eine Ausführung der E-Klasse Station, doch bei mir entstand der Eindruck, dass sämtliche anderen Varianten eigentlich überflüssig werden.

Als die erste E-Klasse All-Terrain Ende 2016 vorgestellt wurde, machte sich das Fehlen eines Hybridsystems bemerkbar. In dieser neuen Generation scheinen hingegen keine Lücken mehr zu bestehen. Neben diesem Plug-in-System, das über das Stromnetz geladen werden kann, gibt es auch eine einfachere 48-V-Mild-Hybrid-Variante.

Darüber hinaus ist der E 300 de, den ich einige Tage gefahren bin, ein einzigartiges Angebot am Markt, denn er verfügt über einen Dieselmotor. Der bekannte 2,0-Liter-Vierzylinder mit 197 PS – der in anderen Modellen der Marke mit einer Tankfüllung mehr als 1000 km ermöglicht – arbeitet mit einem Elektromotor mit 95 kW (129 PS) zusammen. Dieser wird von einer 19,5-kWh-Batterie versorgt.

Zusammen stellt die Mercedes-Benz E-Klasse All-Terrain 313 PS Systemleistung und 700 Nm Drehmoment bereit. Über ein Neungang-Automatikgetriebe und den Allradantrieb 4Matic gelangen diese Kräfte auf unterschiedlichste Untergründe.

Unverwechselbare Optik

Wie beim Vorgänger und bei den wichtigsten Konkurrenten – Audi Allroad und Volvo Cross Country – verbindet die Mercedes-Benz E 300 de All-Terrain die elegante Linienführung eines Kombis mit „hochgekrempelten Ärmeln und Hosenbeinen“. Anders gesagt: Dank Luftfederung beträgt die Bodenfreiheit fast 18 cm.

Für einen besseren Schutz der Karosserie und einen noch kernigeren All-Terrain-Auftritt gibt es mehrere Unterfahrschutz-Elemente an Stoßfängern und Seitenschwellern sowie Kunststoffverkleidungen rund um die Radhäuser. Bei genauerem Hinsehen fällt außerdem der spezifisch gestaltete Kühlergrill mit zwei horizontalen Streben auf.

Kleinerer Kofferraum

Im Innenraum der Mercedes-Benz E 300 de All-Terrain gibt es gegenüber den übrigen E-Klasse-Station-Modellen keine Änderungen. Das gepflegte Ambiente, die hohe Materialqualität, die solide Verarbeitung sowie das großzügige Raumangebot und der überdurchschnittliche Komfort bleiben erhalten – letzterer profitiert zusätzlich von der serienmäßigen Luftfederung.

Wegen des Plug-in-Hybridsystems verliert der Kofferraum allerdings etwas Volumen. Dennoch stehen 460 Liter zur Verfügung, ergänzt durch seitliche Ablagen mit Netzen für kleinere Gegenstände und sogar eine automatische Laderaumabdeckung.

Die Sitzposition ist hervorragend und bietet sehr weitreichende elektrische Einstellungen inklusive Memory-Funktion. An die Lenkradtasten mit ihren zahlreichen Touch-Funktionen muss man sich allerdings erst gewöhnen.

Technologie im Mercedes-Benz All-Terrain

Wie bei weiteren Modellen der Baureihe bieten sowohl das vollständig digitale Kombiinstrument als auch der zentrale Touchscreen Telemetriedaten. Sie zeigen in Echtzeit, was Räder, Fahrwerk, Lenkung und Antriebssystem gerade tun.

Im Mercedes-Benz All-Terrain fällt der Funktionsumfang sogar noch umfassender aus. Er wird aktiviert, sobald der Fahrmodus „Offroad“ gewählt wird, dessen Höchstgeschwindigkeit auf 110 km/h begrenzt ist.

Damit lässt sich die aktuelle GPS-Position anzeigen und die genaue Richtung über einen Kompass ablesen. Darüber hinaus können unter anderem die Quer- und Längsneigung der Karosserie überprüft werden.

Asphalt und mehr

Genau das ist, wenig überraschend, eine der größten Stärken der E-Klasse All-Terrain. Die Möglichkeit, den Asphalt ohne große Sorge vor unterschiedlichen Unwägbarkeiten zu verlassen, macht diesen optisch robusteren Kombi noch begehrenswerter. Vor allem für alle, die von SUVs längst genug haben.

Der Allradantrieb sorgt auf Schotterstraßen für ein unterhaltsameres Fahrerlebnis. Die Kombination aus Diesel- und Elektromotor scheint dank der großzügig verfügbaren 313 PS und 700 Nm wie geschaffen für solche Strecken.

Auch wenn er kein Sportwagen ist, arbeitet die Lenkung präzise genug, und das Fahrverhalten auf der Straße vermittelt Vertrauen. Das gilt selbst bei einem Gesamtgewicht von fast 2,4 Tonnen.

Kompetenter Hybrid

Trotzdem handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid mit Dieselmotor – daher interessieren Sie sich vermutlich für Verbrauchswerte und Reichweite. Das ist völlig nachvollziehbar, denn auch für mich zählte dies zu den größten Fragen.

Im rein elektrischen Betrieb gibt die Marke eine maximale Reichweite von rund 95 km an. In der „realen Welt“ liegt sie nicht weit davon entfernt. Mit einer Batterieladung kam ich auf nahezu 90 km und einen Verbrauch von durchschnittlich 20,2 kWh/100 km.

Im Hybridmodus, wenn der Verbrennungsmotor zum Einsatz kam, lagen die Verbrauchswerte nur sehr selten über fünf Litern. Der beste Punkt daran: Reichweitenangst kommt nicht auf. Nach den ersten 200 gefahrenen Kilometern lag die maximale Reichweite noch immer bei mehr als 800 km.

Am Ende dieses Tests und nach der Berechnung aller Werte ergab sich ein Durchschnittsverbrauch von 17,7 kWh/100 km für Strom und 2,7 l/100 km für Diesel.

Insgesamt – einschließlich einer Batterieladung zwischendurch – wurden 63% der zurückgelegten Strecke bei ausgeschaltetem Verbrennungsmotor gefahren.

Die Rechnung, bitte …

Der E 300 de All-Terrain zählt zu den umfassendsten Angeboten, die Mercedes-Benz je gemacht hat. Doch wie zu erwarten, hat eine E-Klasse Station mit Plug-in-Hybridsystem, Allradantrieb sowie dem gesamten Komfort und der Technologie an Bord ihren Preis.

Nach Hinzurechnung sämtlicher Extras des getesteten Fahrzeugs beläuft sich der Endpreis des auf den Bildern gezeigten Kombis auf 91.000 Euro.

Ist das viel? Ja, doch angesichts dessen, was der All-Terrain bietet, wirkt es nicht völlig überzogen. Ohne Optionen liegt der Grundpreis bei 85.300 Euro, vermisst habe ich lediglich das Burmester-Soundsystem. Das ist natürlich Geschmackssache.

Urteil

Technische Daten

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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