Mercedes-Benz verfügt über eine lange Coupé-Tradition. Wie lange genau? Der auf den Bildern gezeigte C123 feiert heuer den 40. Jahrestag seiner Markteinführung (Anm. d. Red.: zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung dieses Artikels).
Schon beim C123 finden sich jene Gestaltungselemente, die das Erscheinungsbild seiner Nachfolger prägen – etwa beim jüngst vorgestellten E-Klasse Coupé (C238). Dazu zählt beispielsweise der Verzicht auf die B-Säule.
Die Mittelklasse von Mercedes-Benz bot seit jeher eine grosse Vielfalt an Karosserievarianten. Die von den Limousinen abgeleiteten Coupés stellten dabei jeweils die exklusivsten Ausführungen dar – und der C123 bildet keine Ausnahme. Er basierte auf dem bekannten W123, einem der erfolgreichsten Mercedes-Benz aller Zeiten, und wurde ein Jahr nach der Limousine auf dem Genfer Salon 1977 vorgestellt.
Zum Start war er in drei Varianten erhältlich: 230 C, 280 C und 280 CE. In der 1977 an die Presse ausgegebenen Information hiess es:
„Die drei neuen Modelle sind eine gelungene Verfeinerung der Mittelklasse-Baureihe 200 D und 280 E, die im vergangenen Jahr so erfolgreich war, ohne auf ihre moderne und ausgereifte Technik zu verzichten. Die in Genf präsentierten Coupés richten sich an Automobilenthusiasten, die sichtbare Individualität und Begeisterung in ihrem Fahrzeug schätzen.“
Mercedes-Benz C123: markanter und eleganter Stil
Obwohl der C123 der Limousine optisch nahekam, zielte sein Design auf eine elegantere und fliessendere Formensprache ab. Gegenüber der Limousine war der C123 4,0 cm niedriger sowie in der Länge und beim Radstand um 8,5 cm kürzer.
Die harmonischere Silhouette entstand durch die stärker geneigte Windschutzscheibe und Heckscheibe. Hinzu kam – keineswegs nebensächlich – die fehlende B-Säule. Sie verbesserte nicht nur die Rundumsicht für die Insassen, sondern liess das Profil des Coupés länger, leichter und dynamischer wirken.
Besonders deutlich kam dieser Eindruck bei vollständig geöffneten Fenstern zur Geltung. Der Verzicht auf die B-Säule blieb bis heute erhalten und ist auch beim neuesten E-Klasse Coupé zu sehen.
Auch die Baureihe 123 brachte bedeutende Fortschritte bei der passiven Sicherheit. Den Anfang machte eine Karosseriestruktur, die deutlich steifer war als jene des Vorgängers. Zudem verfügte der C123 bereits über Knautschzonen – lange bevor diese in der Branche zum Standard wurden.
Die Sicherheitsinnovationen endeten damit nicht: 1980 bot die Marke ABS als Sonderausstattung an; das System war zwei Jahre zuvor in der S-Klasse (W116) eingeführt worden. Ab 1982 konnte der C123 ausserdem mit Fahrer-Airbag bestellt werden.
Ein Coupé mit Diesel
1977 spielte der Diesel auf dem europäischen Markt noch eine geringe Rolle. Die Ölkrise von 1973 hatte den Dieselabsatz zwar angekurbelt, doch 1980 machte er noch weniger als 9% des Marktes aus. Während Dieselmotoren in Nutzfahrzeugen eher anzutreffen waren als in Familienautos, waren sie in einem Coupé erst recht ungewöhnlich. Heute sind Diesel-Coupés normal, 1977 war der C123 hingegen nahezu konkurrenzlos.
Unter der Bezeichnung 300 CD war dieses Modell interessanterweise für den nordamerikanischen Markt bestimmt. Als Antrieb diente der unverwüstliche OM617, ein 3.0-l-Reihenfünfzylinder. Die erste Ausführung kam ohne Turbo aus und leistete lediglich 80 PS und 169 Nm. 1979 wurde der Motor überarbeitet und erreichte danach 88 PS. 1981 ersetzte der 300 TD den 300 CD; dank Turbolader standen nun 125 PS und 245 Nm Drehmoment bereit. Nicht schlecht …
Motoren und Modellbezeichnungen des C123
Wichtig ist: Damals entsprach die Modellbezeichnung von Mercedes noch dem tatsächlichen Hubraum. Der 230 C besass somit einen 2.3-l-Vierzylinder mit 109 PS und 185 Nm, während der 280 C von einem 2.8-l-Reihensechszylinder mit 156 PS und 222 Nm angetrieben wurde.
Sowohl der 230 als auch der 280 erhielten zusätzlich eine CE-Ausführung mit mechanischer Bosch-K-Jetronic-Einspritzung. Beim 230 CE stiegen die Werte auf 136 PS und 201 Nm. Der 280 CE leistete 177 PS und 229 Nm.
Die Produktion des C123 lief bis 1985 und umfasste knapp 100.000 Exemplare (99 884); 15 509 davon entfielen auf den Dieselmotor. Die seltenste C123-Variante war der 280 C, von dem lediglich 3704 Stück gebaut wurden.
Das Erbe des C123 wurde von seinen Nachfolgern fortgeführt, insbesondere vom C124 und von zwei CLK-Generationen (W208/C208 und W209/C209). 2009 erhielt die E-Klasse mit der Generation C207 wieder ein Coupé. Dessen Nachfolger, der C238, bildet das jüngste Kapitel dieser 40-jährigen Geschichte.






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