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Volkswagen ID. Polo: Erste Fahreindrücke vom neuen Elektroauto

Blaugrüner Volkswagen ID. POLO EV Elektroauto in modernem Showroom mit Ladestation im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Der ID. Polo und die Rückkehr zu den Wurzeln
  2. Erste Eindrücke am Steuer
  3. Was über den ID. Polo bereits bekannt ist
  4. Ist er der Beste im Segment?

Der neue ID. Polo zählt 2026 zu den bedeutendsten Volkswagen-Neuheiten. Zugleich läutet er eine neue Elektro-Offensive des deutschen Konzerns ein: Geplant sind kompaktere und günstigere Modelle zu Einstiegspreisen ab 25.000 Euro. Der Name ist vertraut, mit dem seit Jahrzehnten bekannten Polo verbindet das neue Auto aber wenig bis gar nichts – abgesehen vom Anspruch, in seinem Segment Maßstäbe zu setzen.

Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass der ID. Polo mehr erreichen will: Das gilt für den Platz im Innenraum ebenso wie für die fahrdynamische Reife und die Positionierung gegenüber der direkten Konkurrenz.

Wir waren in Barcelona, um den ID. Polo näher kennenzulernen, und konnten ihn bereits fahren – allerdings noch in einem getarnten Vorserienfahrzeug. Die Absichten von Volkswagen für das neue Modell sind dennoch unübersehbar. Im Video zeigen wir unsere ersten Eindrücke:

Der ID. Polo und die Rückkehr zu den Wurzeln

Das Konzept wirkt zwar völlig neu, ist tatsächlich aber auch eine Rückbesinnung. Selbst unter der Tarnung zeigt der ID. Polo deutlich seine Nähe zum Konzeptfahrzeug ID. 2All und seine Distanz zur übrigen ID.-Familie.

Geradere Linien, eine kantigere Karosserie und ein Auftritt, der stärker dem entspricht, was man traditionell mit Volkswagen verbindet: Das ist eine bewusste Abkehr von der organischeren Formensprache des ID.3 und ID.4. Die Marke kehrt damit gezielt zu ihren gestalterischen Wurzeln zurück; diese sollen sich auf die gesamte Modellpalette ausweiten.

Bei den Abmessungen legt der ID. Polo dort zu, wo es besonders zählt. Mit etwas mehr als vier Metern Länge und 2,6 m Radstand bietet er deutlich mehr Innenraum als der Polo mit Verbrennungsmotor, der zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse gehört. Ein besonders starkes Argument ist der Kofferraum: Seine rund 435 Liter übertreffen sogar das Volumen eines Volkswagen Golf – in diesem Segment ist das ungewöhnlich.

Den Innenraum haben wir uns bereits früher angesehen. Neben dem Platzangebot verdient auch die neue Balance zwischen digitalen und physischen Bedienelementen Lob. Tatsächlich sind die Tasten zurück. Mehr zum Innenraum, vom Design über die Materialien bis zur Konnektivität, zeigt unser eigenes Video. Darin ist auch ein Interview mit dem obersten Designverantwortlichen von Volkswagen enthalten:

Erste Eindrücke am Steuer

Beim Fahren beeindruckt der ID. Polo weniger durch einen unmittelbaren Überraschungseffekt als durch den stimmigen Gesamteindruck. Die gefahrene Ausführung leistet 211 PS (155 kW), liegt damit unter dem künftigen GTI und vermittelt dennoch bereits einen guten Eindruck vom Charakter des Modells.

Die Leistung setzt gleichmäßig ein und lässt sich leicht dosieren. Damit unterscheidet sich das Auto von der noch immer recht abrupten Reaktion vieler kompakter Elektrofahrzeuge. In Kurven lenkt die Vorderachse präzise ein, das Heck folgt natürlich und das gesamte Fahrzeug vermittelt Vertrauen.

Der Volkswagen ID. Polo überzeugt, obwohl er technisch einfachere Lösungen nutzt als einer seiner wichtigsten Konkurrenten, der Renault 5. Während das französische Modell hinten eine Einzelradaufhängung hat, setzt der Deutsche auf eine Verbundlenkerachse. Der Stabilität tut das jedoch keinen Abbruch. Dafür besitzt er an allen vier Rädern Scheibenbremsen, während größere Mitglieder der ID.-Familie hinten mit Trommelbremsen ausgestattet sind.

Was über den ID. Polo bereits bekannt ist

Der Volkswagen ID. Polo kommt im Frühjahr auf den Markt, einige wichtige technische Daten hat die Marke bereits veröffentlicht. Es wird zwei Batterien geben: eine mit 37 kWh (LFP) und eine mit 52 kWh (NMC). Versprochen werden bis zu 450 km Reichweite im kombinierten WLTP-Zyklus. Die kleinere Batterie ist mit den Versionen mit 85 kW (116 PS) und 99 kW (135 PS) gekoppelt. Die größere versorgt die von mir gefahrene Ausführung mit 155 kW (211 PS). Sie kommt auch im später erscheinenden ID. Polo GTI mit 166 kW (226 PS) zum Einsatz.

Wie erwähnt, strebt Volkswagen einen Einstiegspreis von rund 25.000 Euro an. Die stärker motorisierten und besser ausgestatteten Versionen dürften über 30.000 Euro kosten, liegen damit aber weiterhin in dem Rahmen, der sich in diesem Segment am Markt zunehmend etabliert.

Diese Preise entsprechen auch denen des Renault 5 E-Tech Electric. Das französische Modell setzt auf nostalgische und emotionale Anziehungskraft, während der Deutsche mit mehr Platz, größerer Vielseitigkeit und einem traditionelleren Ansatz antwortet. Dieser philosophische Unterschied könnte für viele Käuferinnen und Käufer bei der endgültigen Entscheidung ins Gewicht fallen.

Ist er der Beste im Segment?

Für ein endgültiges Urteil braucht es noch Geduld: Dafür muss der Wagen ohne Tarnung und länger gefahren werden. Die ersten Anzeichen sind jedoch sehr positiv. Der Volkswagen ID. Polo zeigt Reife, eine solide technische Basis, viel Platz und eine wettbewerbsfähige Positionierung. Er bringt alles mit, um in den kommenden Jahren zu den relevantesten Angeboten am Markt zu gehören.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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