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Robotaxis in Europa: 2026 als mögliches Wendejahr

Weißes, modernes Elektroauto in einem hellen Showroom mit großen Glasfenstern und Pflanzen.
In diesem Artikel
  1. Waymo, Volkswagen und weitere Robotaxi-Anbieter in Europa
  2. Verne bereitet Robotaxi-Dienst in Zagreb vor
  3. Die Technologie stammt nicht aus Europa
  4. Menschen zu überzeugen ist die eigentliche Herausforderung

Das Jahr 2026 zeichnet sich als Wendepunkt für Robotaxis in Europa ab: Mehrere Unternehmen stehen bereit, in das neue Geschäft einzusteigen. Gegenüber den USA und China liegt Europa allerdings deutlich zurück, denn dort sind bereits mehrere Dienste in Betrieb.

Verantwortlich für den europäischen Rückstand sind vor allem regulatorische und betriebliche Hürden, insbesondere innerhalb der Europäischen Union. Sie führten dazu, dass nur wenig investiert wurde. Dennoch entstanden in den vergangenen Jahren mehrere Pilotprojekte, die nun den Übergang zu kommerziellen Diensten vorbereiten.

Dieser notwendige Schritt wird zugleich zeigen, ob sich das Geschäftsmodell auch ausserhalb der USA und Chinas in grösserem Massstab etablieren lässt.

Waymo, Volkswagen und weitere Robotaxi-Anbieter in Europa

Zu den Unternehmen, die ihre Tätigkeit in Europa noch dieses Jahr aufnehmen wollen, zählt Waymo. Die auf autonomes Fahren spezialisierte Google-Sparte ist bereits in mehreren US-Städten aktiv. London im Vereinigten Königreich dürfte die erste Stadt sein, in der autonome Fahrzeuge von Waymo unterwegs sein werden.

Auch der Volkswagen-Konzern möchte den Anschluss nicht verpassen: Seine Sparte MOIA hat für Ende dieses Jahres einen vollständigen kommerziellen Betrieb angekündigt. Zum Einsatz kommen soll eine Flotte des ID. Buzz AD, der bereits in den deutschen Städten Hamburg und Berlin in Pilotversuchen getestet wird.

Mercedes-Benz arbeitet unterdessen mit Momenta zusammen, um mehrere Fahrzeuge der S-Klasse mit autonomem Fahren auf Level 4 einzuführen. Bevor die Flotte nach Europa kommt, soll sie zunächst in Abu Dhabi ihren Betrieb aufnehmen.

Ein weiterer bekannter Teilnehmer im Rennen ist Tesla. Die Serienfertigung seines Robotaxis CyberCab soll im nächsten Monat anlaufen. Für die Einführung in Europa gibt es jedoch weiterhin regulatorischen Widerstand: Behörden bezweifeln, dass das autonome Fahrsystem der Marke bei eingeschränkter Sicht zurechtkommt. Es basiert auf Kameras und verzichtet auf LiDAR.

Verne bereitet Robotaxi-Dienst in Zagreb vor

Die grösste Überraschung kommt jedoch aus Kroatien: In der Hauptstadt Zagreb wird voraussichtlich der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst innerhalb der EU starten. Anbieten soll ihn Verne, ein Start-up aus dem Rimac-Ökosystem, das sich mit Uber und dem chinesischen Unternehmen Pony.ai zusammengeschlossen hat. Die Strassentests laufen bereits, ebenso die Vorbereitungen für die Verrechnung von Fahrpreisen.

„Europa braucht autonome Mobilität, die von der Testphase zu einem echten Dienst übergehen kann“, sagte Marko Pejkovic, Geschäftsführer von Verne.

Die Technologie stammt nicht aus Europa

Im Zentrum dieser Entwicklung steht allerdings eine Ironie: Die meisten Robotaxis, die künftig in Europa fahren sollen, sind auf Technologie aus den USA oder China angewiesen.

Europa verfügt über die Infrastruktur, die Städte und die Regulierung, nicht aber über die Technik, mit der Autos selbstständig fahren können. Langfristig könnte diese Lücke teuer werden: In dieser Branche beherrscht den Markt, wer die Technologie kontrolliert.

Menschen zu überzeugen ist die eigentliche Herausforderung

Eine weitere Hürde besteht darin, die Menschen von der Nutzung des Dienstes zu überzeugen. Laut Analysten der Boston Consulting Group erklärt sich derzeit nur ein Drittel (33,333%) der Europäerinnen und Europäer bereit, in einem Robotaxi mitzufahren. In China liegt dieser Anteil dagegen bei 60%.

Die Unternehmensberatung nennt auch die Kosten für den Start eines Dienstes als Herausforderung für die Betreiber: Die Einführung kann bis zu zwei Jahre dauern und zwischen 13-26 Millionen Euro kosten. Hinzu kommt die Aufgabe, sich an die Verkehrsregeln der einzelnen Länder anzupassen.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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