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Mazda2: Der neue Toyota Yaris im Mazda-Gewand?

Roter Mazda2 Hybrid Kleinwagen auf weißem Ausstellungsdrehteller in moderner Autoshowroom-Umgebung.
In diesem Artikel
  1. Toyota als Partner von Mazda
  2. Mazda2 und Toyota Yaris: gleiche Basis?
  3. GA-B-Plattform statt eigener Entwicklung

Nicht nur Reihensechszylinder und eine neue Heckantriebsarchitektur prägen Mazdas unmittelbare Zukunft. In jenem Dokument, das bei der Präsentation verwendet wurde, fand sich auch ein eher versteckter Hinweis auf die weitere Entwicklung des Mazda2.

Der 2014 eingeführte Mazda2 zählt inzwischen zu den dienstältesten Modellen seines Segments. Eigentlich wäre sein Nachfolger längst fällig, denn üblicherweise bleibt ein Auto sechs bis sieben Jahre am Markt. Doch dazu kam es bislang nicht.

Erst Anfang 2020 erhielt der Mazda2 nochmals eine Überarbeitung. Neben einer dezenten optischen Auffrischung wurde seine technische Ausstattung erweitert und er bekam Mildhybrid-Technik. Diese Ausführung konnten wir bereits selbst fahren:

Angesichts der umfassenden Erneuerung des Segments in den vergangenen 18 Monaten – durch Renault Clio, Peugeot 208, Opel Corsa, Hyundai i20 und Toyota Yaris – reicht eine kleine Modellpflege jedoch nicht aus, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dafür braucht es eine neue Generation.

Toyota als Partner von Mazda

Dass die Information zum künftigen Mazda2 im Abschnitt „Stärkung der Allianz“ zu finden war, ist keineswegs nebensächlich. Dort steht die Beziehung zwischen Mazda und Toyota im Mittelpunkt. Zwar wird auch Isuzu erstmals erwähnt – Mazdas neuer BT-50-Pick-up basiert auf dem Isuzu D-Max –, entscheidend sind jedoch die Toyota-Partnerschaft und deren weitere Entwicklung in den kommenden Jahren.

Die beiden japanischen Hersteller sind einander in den vergangenen Jahren deutlich nähergekommen. Toyota hält mittlerweile 5,05 % an Mazda, während Mazda mit 0,25 % an Toyota beteiligt ist. Aus dieser Zusammenarbeit sind bereits ein gemeinsames Werk in den USA sowie die geplante Entwicklung von Elektrofahrzeugen hervorgegangen.

In den nächsten Jahren soll die Kooperation weiter ausgebaut werden. So wird etwa ein Mazda-Crossover im bereits erwähnten neuen nordamerikanischen Werk produziert, der Toyotas Hybridtechnik nutzt. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Mazda2 und Toyota Yaris: gleiche Basis?

Auch auf dieser Seite des Atlantiks, im „Alten Kontinent“, werden die Folgen der Partnerschaft sichtbar sein. Der Nachfolger des Mazda2 soll bis Ende 2022 erscheinen, ohne dass ein genauerer Termin genannt wurde, und – Überraschung – auf dem neuen Toyota Yaris basieren.

Laut dem Dokument hängt diese Entscheidung vor allem mit den in Europa zunehmend strengeren Emissionsvorschriften zusammen. Mazda hat sich bereits für die CO2-Bilanzierung im Jahr 2020 mit Toyota zusammengeschlossen. Ein Kleinwagen mit Hybridtechnik des japanischen Konzerns wäre künftig jedoch ein wesentlicher Schritt, um den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Marke zu senken.

Warum sollte Mazda die Technik auf eine eigene Plattform übertragen, wenn sich zugleich die Yaris-Basis nutzen lässt? Die GA-B-Plattform wurde nicht nur vielfach gelobt, auch von uns, sondern ist wirtschaftlich sinnvoller als die Entwicklung einer neuen Architektur für Kleinwagen. Mazda verfügt zwar über die noch junge Skyactiv-Vehicle Architecture für seine Modelle des C-Segments, doch diese fällt für einen Kleinwagen wie den Mazda2 zu groß aus. Eine Plattform zu verlängern ist schließlich einfacher und günstiger, als sie zu verkürzen.

GA-B-Plattform statt eigener Entwicklung

Die Verwendung der GA-B anstelle einer eigenen Basis erklärt auch, weshalb Mazda in den vergangenen Jahren kaum etwas zur Zukunft des Mazda2 verlauten ließ. Zu hören war vor allem von Sechszylindermotoren, Heckantriebsarchitektur und dem Wankelmotor als Range Extender.

In den USA gibt es bereits den umgekehrten Fall. Dort wird der Mazda2 nicht angeboten, dafür lässt sich ein Mazda2 als Toyota kaufen – nämlich als Yaris. Mehr zu dieser Geschichte gibt es hier.

Offen bleibt nun, wie stark sich der kommende Mazda2 äußerlich und im Innenraum vom neuen Toyota Yaris unterscheiden wird. Niemand möchte zu den Zeiten der Ford-Fiesta-/Mazda-121-Klone zurückkehren. Moderne Plattformen sind allerdings flexibel genug, um daraus deutlich voneinander abweichende Modelle zu entwickeln.

Wenn die Zukunft des Mazda2 gesichert ist, bleibt die Frage: Was wird aus dem Mazda CX-3? Die Spekulationen dürfen beginnen…

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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