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JAS Tensei by Pininfarina: Der neue Honda NSX mit 414bhp

Blauer Sportwagen bei Sonnenuntergang auf Asphaltfläche mit Bergen im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. JAS Tensei by Pininfarina: Der überarbeitete V6
  2. Verstärktes NSX-Chassis und niedriges Gewicht
  3. Innenraum des JAS Tensei by Pininfarina

Den Mk1 Honda NSX kennen Sie: ein hervorragender Supersportwagen, von Ayrton Senna getauft und für Konstruktion, Alltagstauglichkeit sowie Design gerühmt. Was Sie vermutlich nicht wissen: Das ursprüngliche Konzept „HP-X“, das diesen Mk1 vorwegnahm, stammte von Pininfarina.

Dieses glänzende neue Projekt schliesst für den italienischen Designer daher den Kreis. Pininfarina hat sich mit JAS zusammengetan – einem langjährigen Honda-Vertrauten –, um das eigene Design als verlockenden „Tensei“ neu zu interpretieren.

Genauer gesagt geht es um den „JAS Tensei by Pininfarina“, den Sie ebenfalls bereits kennen dürften. Das Auto wurde schon geraume Zeit angeteasert; heute liegen die Details des fertigen Wagens vor, den eine Handvoll glücklicher – und vermögender – Kunden erhalten wird.

JAS Tensei by Pininfarina: Der überarbeitete V6

Im Kern bleibt es ein V6, allerdings ein umfassend weiterentwickelter. JAS beauftragte JUDD Power – die Motorenentwicklungsfirma von John Judd Jr und Sir Jack Brabham –, Hondas ursprüngliches 3,0-Liter-Aggregat auf deutlich mehr Leistung zu trimmen. Zur Erinnerung: Die originalen Mk1 brachten lediglich zwischen 250bhp und 290bhp. In der heutigen Welt überbordender Leistungswerte ist das kaum mehr als ein Nieser.

JUDD behielt Motorblock und Zylinderwinkel von Honda bei, vergrösserte den Hubraum jedoch auf 3,4 Liter, ergänzte eine neue Stahlkurbelwelle mit kurzem Hub und montierte leichte Zylinderköpfe aus Aluminium mit „aggressiven“ Nockenwellen sowie Titanventilen.

Auch VTEC flog hinaus, stattdessen kamen ein Rennventiltrieb mit fester Steuerzeit und ein ordentliches Ensemble einzelner Drosselklappen hinein. Der Motor bleibt ein Sauger, dreht nun aber bis 8.500 U/min.

Magisch ist ausserdem – oder sollte zumindest magisch klingen – das Ansaugplenum aus Kohlefaser samt Inconel-Auspuffanlage, die laut Angaben „das Kreischen der Grand-Prix-Motoren der 1990er-Jahre“ hervorrufen soll. Darin war Honda einst ziemlich gut, nicht wahr?

Eine Trockensumpfschmierung mit Absaugpumpe ist ebenfalls an Bord. Der gesamte Motor wurde um 45mm tiefer eingebaut und mit einem Sechsganggetriebe sowie einem Sperrdifferenzial kombiniert, das deutlich gesündere 414bhp an die Hinterräder leitet.

Verstärktes NSX-Chassis und niedriges Gewicht

Diese Leistung wird nun besser beherrscht, dank der JAS-Modifikationen an der Aluminiumstruktur des NSX. Sie wurde an entscheidenden Stellen verstärkt – an A- und B-Säulen sowie am Mitteltunnel –, erhielt eine neue Fahrwerksgeometrie, vierfach verstellbare KW-Dämpfer, gewaltige Brembo-Keramikbremsen rundum und eine elektrische Servolenkung, die „ein durch und durch analoges Gefühl“ vermitteln soll.

Dann kommt Pininfarina ins Spiel. Sämtliche Karosserieteile des Tensei bestehen aus Kohlefaser, damit das Gesamtgewicht bei nur 1.250kg trocken bleibt. Und wie klar erkennbar ist: Er sieht gut aus, wenn auch etwas kräftiger; die schlanken Linien des Originals weichen einer deutlich muskulöseren Erscheinung.

Der Wagen ist etwas breiter und länger, übernimmt aber eines der wichtigsten Merkmale des ursprünglichen NSX: die Klappscheinwerfer! Die neuen Einheiten verfügen über ein eigens entwickeltes, „ultraschnelles servo-unterstütztes Öffnungssystem mit modernsten Aufprallsensoren und Titan-Kinematik“. Das sind ausserordentlich gute Nachrichten.

Pininfarina verweist auf den Verzicht auf „auffällige Flügel“ – abgesehen vom offensichtlichen integrierten Exemplar –, um Abtrieb aufzubauen und die Aerodynamik zu optimieren. Stattdessen setzt man auf interne Luftführung durch Frontpartie, Räder und Motoransaugungen. Am Heck hat Pininfarina die Rückleuchten dreidimensional neu gestaltet.

Innenraum des JAS Tensei by Pininfarina

Im Innenraum geht es erwartungsgemäss weniger plastikhaft zu: Die Materialwahl des NSX aus den Neunzigern wurde durch hochwertigere Lösungen ersetzt. Etwa Kohlefaser für das einteilige Armaturenbrett. Leder und schwarzes Alcantara für die Einsätze. Noch mehr Kohlefaser für die Sabelt-Sitze. Weiteres Alcantara für das Lenkrad. Und – selbstverständlich – OLED-Technik für die Bildschirme.

Zur Erinnerung: JAS baut nur 35 dieser Tensei NSX. Tensei bedeutet auf Japanisch Wiedergeburt, und die Preise beginnen bei £770k – zuzüglich Spenderfahrzeug und Mehrwertsteuer. Aber das wissen Sie ja bereits.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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