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Elektroautos: AMT will Finanzierung des Straßennetzes neu gestalten

Weißer moderner Elektro-Sportwagen im Showroom mit Digitalbildschirm im Hintergrund bei Sonnenuntergang.
In diesem Artikel
  1. Was passiert derzeit?
  2. 200 Millionen Euro gefährdet
  3. Was vorgeschlagen wird
  4. Wann beginnt die Umsetzung?

Die Elektrifizierung des nationalen Fahrzeugbestands verändert eine der wichtigsten Finanzierungsquellen des Straßennetzes: die Abgaben auf den Kraftstoffverbrauch. Angesichts dieser Entwicklung hält die Autoridade da Mobilidade e dos Transportes (AMT) eine Neugestaltung des derzeitigen Finanzierungsmodells für erforderlich.

Die Frage wird in der Strategischen Studie zur Finanzierung des Straßennetzes untersucht. Diese legt zwar kein endgültiges Modell fest, bezeichnet das Prinzip „Nutzer zahlt“ jedoch als eine der Grundlagen für die Weiterentwicklung des Systems.

Konkret spricht sich die AMT für eine stärkere Verknüpfung zwischen Zahlung und tatsächlicher Nutzung der Infrastruktur aus. Das könnte bedeuten, dass auch Elektrofahrzeuge unmittelbar zur Finanzierung der Straßen beitragen, und zwar über Mechanismen, die – anders als heute – nicht vom Kraftstoffverbrauch abhängen.

Was passiert derzeit?

Die Finanzierung des Straßennetzes stützt sich heute überwiegend auf zwei Quellen: die Zweckbindung für den Straßendienst (CSR) und Mautgebühren.

Die CSR macht rund 2/3 der Einnahmen aus und besteht größtenteils aus jenem Anteil der Steuer auf Mineralölprodukte (ISP), der an Infraestruturas de Portugal (IP) fließt. Im Jahr 2025 brachte sie rund 691 Millionen Euro ein – das entspricht ungefähr 20% der gesamten ISP-Einnahmen und etwa 16% aller Einnahmen aus ISP, ISV und IUC –, während sich die Mauteinnahmen auf 234,3 Millionen Euro beliefen.

Dieses Modell ist allerdings unmittelbar an den Kraftstoffverbrauch gekoppelt. Da die Elektrifizierung den Verbrauch von Benzin und Diesel senkt, könnte auch die Einnahmenbasis der CSR zurückgehen.

Die AMT-Studie weist darauf hin, dass es Anreize für den Erwerb weniger umweltschädlicher Fahrzeuge gibt. Vergleichbare Mechanismen zur Finanzierung der Straßeninfrastruktur, welche die üblicherweise mit dem Verbrauch fossiler Kraftstoffe verbundenen Einnahmenrückgänge ausgleichen, bestehen jedoch nicht.

200 Millionen Euro gefährdet

Die Studie beziffert das mögliche Ausmaß der Veränderung anhand von Schätzungen der IP. Den von der AMT angeführten Daten zufolge könnte ein Anteil der Elektromobilität von 20% bis 30% im Jahr 2030 jährliche Einnahmenverluste von 140 bis 200 Millionen Euro verursachen.

Vor diesem Hintergrund hält die AMT eine schrittweise Anpassung des Finanzierungsmodells für das Straßennetz an den Wandel des Fahrzeugbestands für notwendig.

Was vorgeschlagen wird

Angesichts dieser Problematik verweist die Behörde auf ein mögliches Hybridmodell, in dem das Nutzer-zahlt-Prinzip stärker zum Tragen kommt. Zu den geprüften Instrumenten zählen Mautgebühren, Systeme zur Besteuerung nach gefahrenen Kilometern sowie weitere Formen der direkten Verrechnung für die Nutzung der Infrastruktur.

Laut Studie könnte die Art der Einhebung verschiedene Faktoren berücksichtigen, darunter die Fahrzeugklasse, Emissionen, den Nutzungszeitraum oder die Intensität der Nutzung des Netzes.

Zusätzlich könnte auch die CSR selbst neu gestaltet werden. Die AMT plädiert dafür, die Berechnungsmethode „unabhängig von der von den Fahrzeugen genutzten Energiequelle“ festzulegen und dabei dem Grundsatz der „Technologieneutralität“ zu folgen.

„Die fortschreitende Elektrifizierung des Fahrzeugbestands beseitigt die mit der Nutzung der Infrastruktur verbundenen Kosten nicht, da diese unabhängig von der eingesetzten Antriebstechnologie bestehen bleiben“, heißt es in der Studie.

Die Studie stellt allerdings auch klar, dass sie „weder ein einheitliches Finanzierungsmodell identifizieren noch eine abschließende Empfehlung zur zu wählenden Lösung neu formulieren will“.

Wann beginnt die Umsetzung?

Diese Studie dient ausschließlich als Grundlage für politische Entscheidungen und ist nicht rechtsverbindlich. Sollte eine dieser Maßnahmen bestätigt werden, soll ihre Umsetzung stufenweise erfolgen. Bis 2028 sind die Stabilisierung der bestehenden Mechanismen sowie die Genehmigung des Strategischen Plans für das nationale Straßennetz vorgesehen.

Danach soll zwischen 2028 und 2032 die „schrittweise Einführung neuer Finanzierungsinstrumente erfolgen, die stärker mit der Nutzung der Infrastruktur verbunden sind“. Im Jahr 2040 soll schließlich das anzuwendende Finanzierungsmodell konsolidiert werden.

„In jedem Szenario muss der Übergang schrittweise, technisch vorbereitet und politisch eingebettet erfolgen, da andernfalls Instabilität, gesellschaftliche Ablehnung oder finanziell unzureichende Lösungen drohen“, schließt die Studie.

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Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

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