Über Jahre galt das Potenzial von Natrium-Ionen-Batterien als Ersatz für herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien als begrenzt. Der chinesische Batterieriese CATL hat diese Einschätzung nun verändert.
Anfang 2025 stellte das Unternehmen die zweite Generation seiner Natriumbatterie Naxtra vor, die bereits in Serie gefertigt wird. Als Nächstes plant CATL, die Technologie in chinesischen Pkw einzusetzen.
CATL Naxtra im Changan Oshan 520
Als erstes Fahrzeug dürfte laut Car News China der Changan Oshan 520 die Batterien erhalten. Die Stufenhecklimousine wurde 2024 vorgestellt und war das erste Modell von Changan, dessen Batterien sich an eigenen Stationen austauschen statt aufladen lassen. Dafür kommt die Choco-SEB-Technologie von CATL zum Einsatz. Auch die neuen Natrium-Ionen-Batterien sollen Teil dieses Projekts zur Standardisierung des Batteriewechselsystems werden. Damit zählt der Oshan 520 zu den wahrscheinlichsten Kandidaten für ihren Einsatz.
Wintertests mit Pkw geplant
Wie die chinesische Website CLS berichtet, bereitet das Unternehmen bereits Wintertests mit Pkw vor. „Zu den Modellen, die an diesem Test teilnehmen, gehört der Changan Oshan. Anschließend dürften auch Pkw von GAC und JAC in das Programm aufgenommen werden“, sagte eine mit den Plänen vertraute Quelle.
Die Initiative baut auf den jüngsten Fortschritten von CATL bei Nutzfahrzeugen auf. Erst vor Kurzem brachte das Unternehmen eine Natriumbatterie mit 45 kWh auf den Markt, die speziell für kleine Transporter entwickelt wurde. Im nächsten Schritt soll die Technologie nun auch in Pkw Einzug halten.
Welche Vorteile bieten Natriumbatterien?
Anders als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien nutzen Natriumbatterien Salz, das tausendmal häufiger vorkommt. Beide Elemente kommen in denselben Salzseen vor, allerdings entfallen nur 4 % der geförderten Menge auf Lithium.
Dieser Überfluss erklärt zum Teil den genannten Preis von lediglich 10 US-Dollar pro kWh. Das entspricht zum aktuellen Wechselkurs 8,4 Euro. Damit liegen die Kosten deutlich unter den rund 75 US-Dollar (63 Euro) pro kWh für Lithium-Ionen-Batterien vom Typ LFP, die von der chinesischen Autoindustrie bevorzugt werden. Zylindrische NMC-4680-Batterien von Tesla kosten rund 100 US-Dollar (84 Euro) pro kWh (Quelle: Bloomberg NEF).
Auch der Verzicht auf eine herkömmliche Anode senkt die Kosten. Sie entsteht erst beim ersten Ladezyklus, sodass bei der Herstellung keine Räume mit kontrollierter Umgebung nötig sind. Das vereinfacht die Fertigungslinie.
Weitere Gründe für den niedrigen Preis, der die Produktionskosten von Elektroautos potenziell unter jene von Verbrennern drücken könnte, erläutert diese Folge von Auto Talks. Darin ist Dr. Helena Braga zu sehen beziehungsweise zu hören, die an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Porto forscht.
Bessere Leistung und höhere Sicherheit
Zu den großen Fortschritten der Naxtra-Batterie zählt laut CATL eine Energiedichte, die mit jener der besten LFP-Batterien vergleichbar ist: rund 175 Wh/kg. Der Hersteller stellt für die Natrium-Ionen-Batterie außerdem eine Lebensdauer von bis zu 10.000 Ladezyklen in Aussicht. Sie verträgt niedrige Temperaturen besser, funktioniert bis −40 °C und soll sich durch hohe Sicherheit auszeichnen. „Selbst wenn sie durchstochen werden, fangen sie weder Feuer noch explodieren sie“, sagt Gao Huan, Technikchef von CATL.
Das chinesische Unternehmen verfolgt das Ziel, dass Natriumbatterien innerhalb der nächsten drei Jahre in bestimmten Anwendungsfällen teilweise LFP-Batterien ersetzen. Das soll nicht nur für Pkw und Nutzfahrzeuge gelten, sondern auch für den Batteriewechselmarkt und die Energiespeicherung.






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