Zum Inhalt springen
Nachrichten

Hyundai i20 1.0 T-GDI Style 7DCT im Test

Roter Hyundai i20 1.0 T-GDI Kleinwagen im Innenraum mit schwarzen Akzenten und modernen LED-Scheinwerfern.
In diesem Artikel
  1. Mehr Stil auch im Innenraum
  2. Sportliches Design, sportliche Fahrdynamik?
  3. Nur 100 PS? Es fühlt sich nach mehr an
  4. Was gibt es sonst noch?

Sieh ihn dir an … Der neue Hyundai i20 wirkt optisch deutlich spannender als sein Vorgänger, oder? Ich muss zugeben: In natura hat er mich wesentlich positiver überrascht als auf den Fotos.

Die dritte Generation des koreanischen Kleinwagens verabschiedet sich von der zurückhaltenden, horizontalen Gestaltung des Vorgängers und setzt stattdessen auf wesentlich dynamischere, sportlichere und … interessantere Linien. Hyundai bezeichnet diese Formensprache als „Sensuous Sportiness“ (Sinnliche Sportlichkeit). Prägnante Sicken, scharf gezeichnete Kanten und auffälligere grafische Details kommen dabei zum Einsatz – man beachte etwa das „Z“ in den Rückleuchten. Das Design erscheint dynamischer und ausdrucksstärker, verfällt jedoch weder in Übertreibungen noch in verspielte Stilmittel.

Unterstützt wird dieser Eindruck durch gelungenere Proportionen: Der neue i20 ist niedriger und breiter als zuvor. Verstärkt wird das durch die groß dimensionierten Räder des getesteten Fahrzeugs (215/45 R17) sowie durch das schwarze Dach. Die Zweifarben-Karosserie ist für den Style optional und beim Style Plus serienmäßig erhältlich; sie lässt den Hyundai i20 niedriger erscheinen, als er tatsächlich ist.

Mehr Stil auch im Innenraum

Die dynamische Ausrichtung zeigt sich ebenso im Interieur, das optisch wesentlich ausdrucksvoller wirkt als jenes des Vorgängers und den ersten Qualitätseindruck steigert. Dazu tragen auch das digitale 10,25″-Kombiinstrument mit sehr guter Darstellung bei – auch wenn mir die Gestaltung der „Instrumente“ im Fahrmodus Komfort nicht besonders zusagt – sowie der gleich große und ebenso scharfe Infotainment-Bildschirm. Letzterer reagiert schneller und angenehmer als in früheren Ausführungen.

Sobald man auf dem Fahrersitz Platz genommen hat – er ist eher straff gepolstert, aber bequem und bietet ordentlichen Halt –, fällt beim Berühren der umgebenden Flächen allerdings auf, dass durchgehend harte Kunststoffe verwendet werden, die nicht immer angenehm wirken. Natürlich handelt es sich um einen Kleinwagen, doch ein Peugeot 208 bietet beispielsweise ansprechendere Materialien für Augen und Hände. Eine Ausnahme bildet das Lenkrad mit seinem angenehmen Kunstlederbezug: Durchmesser und Kranzstärke passen, zudem liegt es sehr gut in der Hand.

In der zweiten Reihe steht sowohl für die Beine als auch über dem Kopf erfreulich viel Raum zur Verfügung. Allerdings ist der Abstand zwischen Kopf und dem Übergang von Tür zu Dach nicht immer besonders komfortabel. Der Mitteltunnel ragt nur wenig auf, was hilft, wenn drei Personen hinten mitfahren müssen. Dafür ist der Hyundai i20 zwar nicht die ideale Wahl, doch der mittlere Passagier dürfte sich weniger beschweren als in manchen Konkurrenzmodellen.

Der neue Hyundai i20 verfügt außerdem über einen der größten Kofferräume seiner Klasse und fasst 352 l. Das Beladen mit größeren und schweren Gegenständen wird allerdings etwas erschwert, weil die Ladekante höher liegt als der Kofferraumboden.

Sportliches Design, sportliche Fahrdynamik?

Eine endgültige Antwort auf diese Frage muss noch warten. Die erste dynamische Begegnung mit dem neuen Hyundai i20 war kurz und fand bei unerquicklichstem Wetter statt – es regnete ununterbrochen. Damit fehlten Zeit und Raum, um diesen Aspekt eingehender zu beurteilen.

Die ersten Eindrücke fallen dennoch sehr positiv aus. Er überzeugt oder unterhält nicht sofort so stark wie ein Ford Fiesta, doch der neue Hyundai i20 bewegt sich kompetent über die Straße, ohne jemals langweilig zu werden. Er animiert zum Fahren, wirkt agil und folgt den Lenkbefehlen an der Vorderachse prompt. Lediglich eine kommunikativere Lenkung würde ihm guttun, denn daran fehlt es ihm durchaus.

Angesichts des sehr nassen Asphalts überraschte er sogar damit, wie lange er bei höherem Tempo dem Untersteuern widerstand. Wenn es schließlich doch einsetzte, geschah dies stets progressiv – und zwar eher, weil der rechte Fuß das Gaspedal durchtrat, statt es nur zu betätigen.

Zwar tendiert die Dämpfung eher zur straffen Seite – ein Renault Clio filtert Unebenheiten etwa besser weg, ohne bei den dynamischen Fähigkeiten Nachteile zu zeigen –, doch ich bin nicht sicher, ob allein die Abstimmung des Fahrwerks dafür verantwortlich ist. Wiederum könnten die großformatigen Räder ihren Anteil daran haben.

Wenn ein Punkt alle anderen überragt, dann ist es die Bremsanlage. Es wirkt, als hätten die Hyundai-Ingenieure jedes noch so kleine Spiel oder Nachgeben am Pedal beseitigt. Der erste Zugriff ist kräftig und bissig, ohne überhastet zu sein, und lässt sich einfach dosieren. Das vermittelt ein enormes Gefühl von Vertrauen und Sicherheit.

Nur 100 PS? Es fühlt sich nach mehr an

Ein weiterer Pluspunkt betrifft den Antrieb dieses Testwagens: den 1.0 T-GDI mit 100 PS in Verbindung mit dem 7DCT, dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Motor und Getriebe harmonieren sehr gut, denn das 7DCT scheint stets zu wissen, welcher Gang gerade der richtige ist. Das gilt für die Modi Komfort und Eco – im Eco-Modus reagiert das Gaspedal allerdings … kraftlos –, während seine Arbeitsweise im Sport-Modus weniger überzeugt.

Tritt man in diesem Modus auf einer Geraden das Gaspedal voll durch, schaltet das Getriebe erst knapp vor dem Drehzahlbegrenzer hoch, was durchaus seinen Reiz hat. Bei zügiger Fahrt ohne Übertreibungen führt die Vorliebe für hohe Drehzahlen jedoch bisweilen dazu, dass ein niedrigerer Gang als sinnvoll gehalten wird. Die Drehzahl bleibt dann unnötig hoch, ohne dass daraus ein schnellerer, flüssigerer oder angenehmerer Vortrieb entsteht.

Auch die Gaspedalkennlinie im Sport-Modus wäre überarbeitungswürdig. Das rechte Pedal spricht zweifellos sensibler an, arbeitet aber weniger progressiv. Es fühlt sich an, als stünde die gesamte „Feuerkraft“ des Motors bereits nach den ersten wenigen Millimetern Pedalweg bereit.

Der 1.0 T-GDi ist ein alter Bekannter, doch in dieser Ausführung schien er mir noch nie so gut bei Kräften zu sein. Er ist weder das kultivierteste Aggregat noch eines mit besonders schöner Stimme – sie bleibt stets rau und industriell –, doch vor allem im mittleren Drehzahlbereich besitzt er Energie im Überfluss. Fast wirkt es, als hätte er mehr als die angegebenen 100 PS.

Seine Kraft reicht problemlos aus, um auch höhere Reisetempi zu halten. Gerade auf der Autobahn zeigte der neue i20 zudem eine hohe Fahrstabilität.

Falls es während der Fahrt einen Kritikpunkt am neuen Modell gibt, betrifft er die Geräuschkultur. Auf rauerem Asphalt steigt das Abrollgeräusch stärker an, als es wünschenswert wäre. Ja, es ist ein Kleinwagen, doch einige Rivalen sind leiser – etwa der Peugeot 208.

Was gibt es sonst noch?

Der getestete Wagen war ein Style und brachte Annehmlichkeiten wie eine automatische Klimaanlage, die stilvollen und großen 17″-Felgen sowie optional die Zweifarben-Karosserie mit. Hinzu kommen Ausstattungen, die in allen neuen i20 vorhanden sind: Apple CarPlay und Android Auto ohne Kabel sowie aktive Sicherheitsfunktionen wie der autonome Notbremsassistent und der Spurhalteassistent (LKA).

Wie bereits bei der Preisankündigung erwähnt, ist der neue Hyundai i20 in vergleichbaren Versionen sogar günstiger als sein Vorgänger, obwohl er mehr und bessere Ausstattung bietet. Beim Hyundai i20 1.0 T-GDI Style 7DCT beginnen die Preise bei 19 400 Euro – ein sehr konkurrenzfähiger Betrag angesichts dessen, was er bietet.

Neueste Artikel

Markus Höller

Markus Höller ist gelernter Kfz-Technikermeister aus dem Burgenland und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit moderner Fahrzeugdiagnose, Service und Reparatur. Sein besonderes Interesse gilt der E-Mobilität, der Fahrzeugtechnik im ländlichen Raum sowie praxisnahen Tipps für Autofahrerinnen und Autofahrer im Burgenland.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen